Russlands gewöhnlicher Militarismus
Besuch der Ausstellung „Gewöhnlicher Nazismus“ im Moskauer MuZeum
Das Moskauer Siegesmuseum zeigt in einer Ausstellung den „Gewöhnlichen Nazismus“. Das Narrativ zwischen den Stellwänden unterscheidet sich kaum von der russischen Fernsehpropaganda.
Eine Propaganda-Ecke mehr in der Stadt: Die Ausstellung will zeigen, wie sehr das nazistische Deutschland mit der heutigen Ukraine verwoben wäre Foto: Inna Hartwich
Draußen im Wind weht die russische Trikolore. Zwei Jugendliche bleiben mit ihren Fahrrädern am Ewigen Feuer stehen. Der Siegespark im Westen Moskaus ist eine monumentale Angelegenheit. Der damalige russische Präsident Boris Jelzin hat die riesige Anlage in den 1990er Jahren eröffnet. Sie soll den Sieg der Sowjetunion über das Nazideutschland im Zweiten Weltkrieg symbolisieren, im Vaterländischen Krieg, wie die Russen sagen. Der heutige russische Präsident Wladimir Putin hat diesen Sieg zur Grundlage russischer „Einzigartigkeit“ erhoben und rechtfertigt durch ihn auch seine „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine. Den Krieg, der in Russland nicht Krieg genannt werden darf.