Reportage

Belarussische Dissident Gnjot: „Wenn Serbien mich ausliefert, drohen Folter und Tod“

Eine Geschäftsreise hatte den belarussischen Dissidenten Andrej Gnjot vor über acht Monaten aus dem thailändischen Exil nach Serbien geführt. Seitdem schmort der TV-Produzent beim EU-Anwärter in Auslieferungshaft. Minsk wirft ihm angebliche Steuervergehen vor. Gnjot fürchtet Folter – und den Tod.

Zweimal zur Flucht gezwungen: der weißrussische Dissident Andrej Gnjot im Sommer 2021 im Moskauer Exil

Zweimal zur Flucht gezwungen: der weißrussische Dissident Andrej Gnjot im Sommer 2021 im Moskauer Exil Foto: privat

In der Küche dampft der Teekessel. Eine leichte Sommerbrise streicht durch das geöffnete Fenster. Doch digitale Zwangsmittel schränken die Bewegungsfreiheit des freundlichen Gastgebers nachhaltig ein. „Wenn ich von meinem Freigang nach einer Stunde nicht pünktlich zurückkomme, wandere ich sofort wieder ins Gefängnis“, sagt der weißrussische Dissident Andrej Gnjot in einer für den Hausarrest notgedrungen angemieteten Wohnung in Serbiens Hauptstadt Belgrad – und weist achselzuckend auf einen blinkenden Überwachungssender und seine schwarze Fußfessel.

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