Für Putin, für den Krieg

Beklemmende Szenen und missbrauchte Symbolik – unterwegs auf Putins Militärparade

Voller Pomp und Pathos hält der russische Präsident Wladimir Putin seine Militärparade zum Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland ab. Er zieht dabei eine direkte Linie zum russischen Einsatz in der Ukraine. Die Menschen auf Moskauer Straßen rechtfertigen den Krieg im Nachbarland.

Wink an die Welt: Russlands Präsident Wladimir Putin und sein Verteidigungsminister Sergei Schoigu

Wink an die Welt: Russlands Präsident Wladimir Putin und sein Verteidigungsminister Sergei Schoigu Foto: AFP/Kirill Kudryavstsev

„Lauf, Petja, lauf. Da kommen die Panzer“, ruft Olga, ja schreit fast, als die Granitplatten am Neuen Arbat, der Prachtmeile Moskaus mit ihren typischen Hochhäusern in Buchform, zu vibrieren beginnen. Olgas Worte gehen im Jubel, Klatschen und den Hurra-Schreien der Menschen fast unter, die sich nur unweit des Kremls massenhaft an die Metallabsperrungen am Straßenrand drängen. „Lauf, habe ich gesagt!“ Und Petja läuft. Rennt schnell zu seinem Zwillingsbruder Arkascha, schwenkt das rote Fähnchen in seiner linken Hand. Die Siebenjährigen streiten sich, wer zuerst auf die Schultern ihres Vaters dürfe. Petja bleibt unten. Die Panzer, die von ihrem „Auftritt“ auf dem Roten Platz zurück zum Übungsplatz im Westen Moskaus vorbeidonnern, geben mehr Gas, die Menschen schreien noch lauter.

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