Landesweiter Streiktag in Belgien
Ausschreitungen bei Demonstration in Brüssel
Zehntausende Menschen gehen in der belgischen Hauptstadt gegen Haushaltsvorhaben ihrer Regierung auf die Straße. Hunderte sorgen für Ausschreitungen.
Bei einem landesweiten Protesttag mit Demonstration gegen die Haushaltsmaßnahmen der Regierung unter dem Motto „Hände weg von unseren Taschen!“ haben Demonstranten Leihfahrräder in Brand gesetzt und damit ein Feuer entfacht Foto: Dirk Waem/Belga/dpa
Am Rande einer Demonstration gegen geplante Haushaltsreformen der belgischen Regierung ist es in Brüssel zu Ausschreitungen gekommen. Zwischen 30.000 und 50.000 protestierten friedlich auf den Straßen der belgischen Hauptstadt, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Am Rande des Demonstrationszugs suchten allerdings schon vor Beginn der Kundgebung Hunderte schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche die Konfrontation mit der Polizei, wie es weiter hieß.
Demnach wurden Stöcke, Mülleimer, Glasflaschen und pyrotechnische Gegenstände in Richtung der Einsatzkräfte geworfen. Die Beamten reagierten mit Wasserwerfern und Tränengas, Teile des Stadtmobiliars wurden beschädigt und Leihfahrräder in Brand gesetzt, wie Belga weiter berichtete. Rund 20 Menschen wurden Polizeiangaben zufolge festgenommen.
Demonstration gegen Sparvorhaben
Gewerkschaften hatten zu der Demonstration und einem landesweiten Streiktag aufgerufen, um gegen die Sparvorhaben der Regierung zu protestieren. In mehreren Orten in Belgien kam es zu Beeinträchtigungen im öffentlichen Nahverkehr, am Brüsseler Flughafen wurden laut Belga rund 100 Flüge gestrichen. Auch bei der Müllabfuhr in Brüssel kam es zu Beeinträchtigungen.
Belgien ist hoch verschuldet und hat ein anhaltend hohes Haushaltsdefizit. Die Mitte-rechts-Regierung unter Premierminister Bart De Wever will bis 2029 Einsparungen in Höhe von rund 10 Milliarden Euro erzielen.
In Belgien demonstrieren zudem Schüler seit mehreren Tagen unter anderem für bessere Gebäude, Lernbedingungen und angepasste Uhrzeiten.