Reisebericht
Auf dem Weg zur Erleuchtung: Alltag im buddhistischen Kloster
Ich will viele Leben leben. Deshalb probiere ich während meiner Reise durch Südostasien eine ganz neue Lebensform aus und verbringe zwei Wochen in einer buddhistischen Nonnenschaft im ländlichen Westen Thailands. Gegen einige Stunden Arbeit pro Tag bekomme ich dort kostenlose Unterkunft und Verpflegung. Während meiner Zeit lerne ich viel über das Land, die Religion und diesen Lebensstil. Vielleicht finde ich keinen inneren Frieden, aber immerhin komme ich der Idee davon näher.
Unterricht mit thailändischen Kindern Foto: Laila Bintner
Einatmen, ausatmen. Ich versuche, an die fünfminütigen Meditationsvideos auf YouTube zurückzudenken, die ich mir mit siebzehn manchmal angehört habe. „Lasse deine Gedanken an dir vorbeiziehen wie Wolken“, glaube ich mich zu erinnern. Aber mein Kopf fühlt sich gerade eher an wie ein Aquarium, in dem Gedanken wie bunte Fische herumschwimmen. Ich schaue auf die große, goldene Buddhastatue vor mir. Ihr Blick kommt mir wohlwollend, aber undurchdringlich vor. Ich sitze auf dem Boden in einem Gemeinschaftszimmer des buddhistischen Klosters in Thailand, in dem ich die nächsten drei Wochen verbringen werde, und versuche, zu meditieren.