EU-Innenminister
Asselborns einsamer Kampf: Die EU sperrt sich gegen die Aufnahme von Menschen aus Afghanistan
Die EU will vorerst keine konkreten Zusagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan machen. „Anreize zur illegalen Migration sollten vermieden werden“, heißt es in der am Dienstag verabschiedeten Erklärung. Asselborn hatte dagegen angekämpft – und musste die Erklärung am Ende doch mittragen. Was bleibt, ist ein winziger Lichtblick.
Harte Verhandlungen: Jean Asselborn vor dem Ministertreffen am Dienstag in Brüssel Foto: AFP/François Walschaerts
„In der Politik wie im richtigen Leben braucht man, wenn es um Menschenrechte geht, klare Kante, man braucht Standhaftigkeit und Engagement.“ Nicht, dass deutliche Ansagen von Jean Asselborn in Brüssel etwas Ungewöhnliches wären, aber die Worte des Luxemburger Außenministers, der auch für Immigration und Asyl zuständig ist, klangen am Dienstag vor der Dringlichkeitssitzung der Innenminister der Europäischen Union (EU) anders als sonst. Dringlicher. Kämpferisch tritt Asselborn ja oft auf. Am Dienstag auch wieder, aber dieses Mal klang im Kämpferischen auch Verzweiflung mit.