Neuer Premier gibt Labour wieder Hoffnung
Andy Burnhams erste Bilanz fällt ordentlich aus
Nach 50 Tagen im Amt sind sich selbst politische Gegner einig: Der neue britische Premierminister Andy Burnham hat einen guten Start hingelegt. Unter ihm wird die ideologische Auseinandersetzung in Großbritannien wieder klassisch.
Bringt den Anti-Neoliberalismus zurück: der britische Premierminister Andy Burnham vor seinem Amtssitz in 10 Downing Street Foto: AFP
Andy Burnham sieht dem ersten Meilenstein seiner Amtszeit entgegen. Am 8. September ist der neue britische Regierungschef 50 Tage im Amt, das ist immerhin schon einen Tag länger, als es die Desaster-Premierministerin Liz Truss schaffte, die nach 49 Tagen hinschmeißen musste, weil ihre Wirtschaftspolitik eine schwere Finanzkrise ausgelöst hatte. Andy Burnham dagegen hat, da sind sich selbst politische Gegner einig, einen guten Start hingelegt: Er konnte die politische Stimmung drehen.
Hatte sein Vorgänger Keir Starmer so glücklos agiert, dass er nach dem Erdrutschsieg für Labour bei den Wahlen 2024 innerhalb kurzer Zeit seine Partei und sich selbst ins Popularitätsloch manövrierte, so stehen Burnham und Labour sieben Wochen nach Übernahme des Parteivorsitzes und des Premierministeramtes in der Gunst der Öffentlichkeit weit besser da: Man holte kräftig auf, konnte den Hauptrivalen Reform UK überholen und liegt mit 26 Prozent zurzeit zwei Prozent vor den Rechtspopulisten. Der sogenannte „Burnham Bounce“, der dem neuen Chef geschuldete Aufschwung, ist real.