Südostasien
„An vorderster Front“ – Wie Indonesiens Kinder unter der Pandemie leiden
In Indonesien trifft die Delta-Variante auf eine ohnehin schon geschwächte Bevölkerung. Nach Brasilien und Indien ist der südostasiatische Staat das neue Epizentrum der Pandemie. Auch über 700 Kinder sind dort inzwischen an Covid gestorben. Unter den Überlebenden grassiert die Armut.
Foto: Bali Street Mums Project
Dewi ist 13 Jahre alt. Sie lebt mit ihren Großeltern in der balinesischen Hauptstadt Denpasar. Ihre Eltern sind vor sechs Jahren gestorben, ihr Großvater ist seit einem Schlaganfall ans Haus gebunden. Wegen der Pandemie musste auch die Großmutter ihren Marktstand dichtmachen. Die drei teilen sich gerade mal eine dünne Matratze. „Als sie zu mir kam, fiel mir auf, dass sie ihre Handgelenke geritzt hatte“, berichtet Kim Farr. Die Neuseeländerin betreibt mit ihrer Organisation „Bali Street Mums Project“ ein „Safe House“ für Kinder und Mütter in Denpasar. „Die Kinder sind an vorderster Front in dieser Krise“, sagt sie. „Die Schulen sind seit 19 Monaten geschlossen, zwingen die Eltern aber trotzdem zu zahlen, damit die Kinder versetzt werden.“ Viele würden inzwischen in extremer Armut leben.