Erweiterung
Ambitioniert, aber kaum machbar: Albanien will bis 2030 EU-Mitglied werden
Ausgerechnet das lange als Europas Armenhaus verrufene Albanien will sich mit virtueller Hilfe zum „Spitzenreiter“ der EU-Erweiterung mausern – und den EU-Beitritt bis 2030 erzwingen. Doch trotz eines Blitzstarts beim Beitrittsmarathon wirkt Tiranas ambitionierter EU-Fahrplan kaum realistisch.
Die erste KI-generierte Ministerin „Diella“ spricht über Bildschirm im albanischen Parlament Foto: Adnan Beci/AFP
Kaum im Amt, hat Albaniens neue virtuelle Würdenträgerin den EU-Anwärter bereits in die Schlagzeilen gehievt. Von einer Dialog-Chatbox, die ratsuchende Bürger mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) routiniert durch die Sites von Albaniens e-Verwaltung lotste, ist der in ein Trachtengewand gekleideten „Diella“ der Karrieresprung ins Kabinett geglückt: Als „erste KI-Ministerin der Welt“ soll Diella über die korruptionsfreie Vergabe von Staatsaufträgen wachen – und so Albaniens EU-Integration beschleunigen.