Großbritannien
Als weltweit erster Aufseher erteilt britische Arzneimittelbehörde dem Corona-Impfstoff die Zulassung
Die Briten vorneweg: Von kommender Woche an erhalten Bewohner von Alten- und Pflegeheimen sowie Bedienstete im Gesundheitswesen auf der Insel den Pfizer/Biontech-Impfstoff gegen Sars-CoV-2. Die nationale Arzneimittelbehörde MHRA erteilte dem Medikament am Dienstag als weltweit erster Aufseher die Zulassung.
Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock ist begeistert darüber, dass die Impfungen im Land bald beginnen können Foto: dpa/AP/Kirsty Wigglesworth
„Wir haben extrem gründlich und wissenschaftlich präzise geprüft“, teilte MHRA-Chefin June Raine in London mit. Gesundheitsminister Matthew Hancock zeigte sich begeistert und mahnte zu weiterer Vorsicht: „Ein neuer Morgen ist in Sicht. Aber wir müssen wachsam bleiben.“ Normalerweise dauert die Überprüfung neuer Wirkstoffe viele Monate, häufig mehrere Jahre. Wie vergleichbare Aufsichtsbehörden in den USA und der EU hat die MHRA für die Corona-Medikamente lang bestehende bürokratische Hürden aus dem Weg geräumt und anhand der jeweils neuesten Daten die Prüfung parallel zur Entwicklung der Vakzine vorangetrieben. Im Fall des Pfizer/Biontech-Medikaments begann dies Ende Mai, berichtete Raine auf einer hastig einberufenen virtuellen Pressekonferenz. Sie verglich den Prüfprozess mit einer Bergbesteigung: Seit Juni seien ihre Experten mit der Vorbereitung beschäftigt gewesen. Als die beteiligten Firmen vor gut drei Wochen den Durchbruch verkündeten, „befanden wir uns im Basecamp“, sagte Raine. Nun habe man den Sprint zum Gipfel geschafft.