Kabul
Afghanen in der Stadt lernen die Taliban kennen
Die afghanische Hauptstadt Kabul ist noch weit von Normalität entfernt. Langsam lernen die Menschen ihre neuen Herren kennen. Erste drücken ihre Unzufriedenheit aus.
Taliban patrouillieren auf einem Kabuler Markt Foto: AFP/Hoshang Hashimi
Der Afghane Ehsan Amiri ist ein bisschen ein Trotzkopf. Vier Tage ist es nun her, dass sein Präsident Aschraf Ghani getürmt ist und die militant-islamistischen Taliban in seiner Stadt Kabul eingezogen sind. Sie patrouillieren in Autos auf seiner Straße und bewachen ein öffentliches Gebäude und ein paar Häuser in seinem Viertel. Er weiß, dass die Islamisten keine „Cowboys“ mögen. So werden in Afghanistan Jeans genannt. Und trotzdem zieht er sie an, als er am Mittwoch nach drei Tagen zu Hause erstmals wieder in sein Lieblingscafé in Schahr-e Nau im Zentrum der Stadt geht.