Völkerrecht

75 Jahre Genfer Konventionen

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam das humanitäre Völkerrecht neue Eckpfeiler: Die vier Genfer Konventionen wurden am 12. August 1949 verabschiedet. Sie sollten das menschliche Leid im Krieg zumindest lindern. Doch immer wieder werden die Regeln missachtet.

Die russischen Invasionstruppen haben bereits zahlreiche Kriegsverbrechen in der Ukraine begangen, wie hier in Kostjantyniwka, wo sie jüngst einen Supermarkt mit Raketen beschossen haben, bei dem mindestens 14 Menschen ums Leben kamen

Die russischen Invasionstruppen haben bereits zahlreiche Kriegsverbrechen in der Ukraine begangen, wie hier in Kostjantyniwka, wo sie jüngst einen Supermarkt mit Raketen beschossen haben, bei dem mindestens 14 Menschen ums Leben kamen Foto: Roman Pilipey/AFP

Wenn Russland ukrainische Kinder aus besetzten Gebieten über die Grenze verschleppt, wenn Israel zur Zerstörung einer Terrorgruppe Wohngebäude und Schulen im Gazastreifen unverhältnismäßig bombardiert und die Hamas Zivilisten als Schutzschilde missbraucht, wenn Kriegsparteien im Sudan Städte belagern und die Bevölkerung aushungern, dann sind das Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Eckpfeiler der Regeln im Krieg, die vier Genfer Konventionen, sind unter dem Eindruck der Schrecken des Zweiten Weltkriegs erarbeitet und am 12. August 1949 verabschiedet worden. Damit begann eine Entwicklung, die als ‚Humanisierung des Kriegsrechts‘ bezeichnet wurde: Der humanitäre Schutz des einzelnen Menschen wurde deutlich verstärkt.

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