Europol
45 von Russland verschleppte ukrainische Kinder aufgespürt
Ermittler haben im Rahmen einer von Europol organisierten Aktion 45 gewaltsam aus der Ukraine nach Russland verschleppte Kinder aufgespürt.
Das Gebäude der EU-Polizeibehörde Europol in Den Haag Foto: Jerry Lampen/anp/dpa
„Insgesamt wurden Informationen über 45 Kinder aufgedeckt und an die ukrainischen Behörden weitergeleitet, um deren laufende Ermittlungen zu unterstützen“, teilte die EU-Polizeibehörde am Montag mit.
Bei den in der vergangenen Woche erfolgten Ermittlungen kamen Europol zufolge im niederländischen Den Haag 40 Ermittler aus 18 Ländern zwei Tage lang zusammen. Sie lokalisierten den Angaben zufolge die Kinder mithilfe von Open Source Intelligence (OSINT). Diese umfasst das Sammeln, Analysieren und Auswerten von öffentlich zugänglicher Information.
Während des „Hackatons“ hätten die Ermittler verschiedene digitale Werkzeuge genutzt, um den Verbleib der Kinder aufzuspüren, erklärte Europol weiter. „Einige dieser Kinder wurden von russischen Staatsangehörigen adoptiert, während andere in Umerziehungslagern oder psychiatrischen Kliniken festgehalten werden“, hieß es weiter.
Fast 20.000 Minderjährige verschleppt
Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine im Februar 2022 sind zahlreiche Kinder nach Russland verschleppt worden – nach ukrainischen Angaben fast 20.000 Minderjährige. Die UNO hatte Russland jüngst vorgeworfen, mit der Verschleppung der Kinder Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Moskau beharrt dagegen darauf, die Kinder seien zu ihrem eigenen Schutz aus den besetzten Gebieten gebracht worden.
Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hat im Zusammenhang mit den Verschleppungen Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die russische Kinderrechtsbeauftragte Maria Lwowa-Belowa verhängt.