Eigentlich wollte er Profi-Fußballer werden. Dazu kam es aber nicht. Es kann nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob der luxemburgischen Nationalmannschaft dadurch viele ruhmreiche Siege verwehrt blieben. Was jedoch als gesichert gelten darf, ist, dass sich Maxime Benders Beitrag zur Kulturlandschaft im Großherzogtum durchaus sehen lässt.

Der waschechte „Waldbëlleger Jong“, der mittlerweile 37 Jahre alt ist und seinem Heimatort stets treu blieb, lässt sich wohl auf den ersten Blick als „unscheinbar“ beschreiben. Trotz seiner langjährigen Erfahrung als Komponist und Musiker, der schon zahlreiche namhafte Locations und Festivals auf der Welt bespielen durfte – darunter das „Jarasum“ in Südkorea, das Montreal-Jazzfestival und die Philharmonie in Odessa – und mit Größen wie Joachim Kühn oder Dee Dee Bridgewater auf einer Bühne stand, kommt er eher zurückhaltend und bescheiden rüber.

Maxime Bender drängt sich nicht auf; er ist offen und lässt Menschen den Raum, um sich ihm und seiner Musik anzunähern. Gleiches gilt für den Umgang mit seinem Instrument, dem Saxofon, das er seit seinem sechsten Lebensjahr quasi nicht mehr aus der Hand gelegt hat. Bender schindet sein Instrument nicht, sondern entlockt ihm mit einer ganz bestimmten Sanftmut Töne, die das Publikum mit dem Genre – in seinem Fall hauptsächlich Jazz – verbinden sollen, statt es zu verschrecken.

Der luxemburgische Künstler besuchte das Konservatorium in Luxemburg, belegte die Musik-Sektion F am Lyzeum und studierte später in Straßburg, Brüssel und Köln. Wenn man ihm nun bei Soloauftritten oder auch auf Konzerten zuhört, die er entweder mit seinem Quartett oder als „Sidekick“ bei Musikerkollegen wie beispielsweise Jeff Herr, Benoît Martiny oder auch De Läb bestreitet, dann fällt immer wieder auf, dass hier nicht er, sondern die Musik im Vordergrund steht.

Dies macht sich nun auch bei den Vorbereitungen zum „Echterlive“-Festival bemerkbar. Maxime Bender fühlt sich unter anderem durch seine Zeit im „Iechternacher Lycée“ mit der Stadt verbunden, aber auch durch jene Kurse, die er heute noch dort an der Musikschule gibt. Wenn er über das Festival und die kleine Stadt im Osten spricht, klingt Maxime Bender weder wie ein überdrehter Lokalpatriot noch wie ein nerviger Staubsaugerverkäufer, der einem etwas andrehen möchte, das man eigentlich nicht braucht. Man nimmt ihm ab, dass er an die Region und ihr Potenzial glaubt.

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