Am vergangenen Samstag(3.6.) fand in den Straßen von Differdingen die Braderie statt. Eigentlich ein Termin, dem die Geschäftsleute entgegenfiebern. Doch bei Margot Janeczko, die das Elektrofachgeschäft „Janeczko“ führt, sah es dieses Jahr anders aus. Ihr Laden liegt etwas außerhalb des Geschäftszentrums von Differdingen. Sie bemängelt, dass es in der avenue de la Liberté diesmal keine Stände gegeben habe.

„Vor dem Haus war alles zugeparkt. Deswegen haben wir auch keine Waren auf die Straße gestellt. Es wurde auch nichts ausgeschildert“, erklärte sie aufgebracht. Keine Geschäftsleute in der Gegend hätten mitgemacht. „Was die anderen machen, geht mich nichts an. Die Zeiten sind schwer momentan, ich würde auch gerne ein Stück vom Kuchen haben“, so Janeczko weiter.

Doch sie möchte sich nicht alleine auf die Straße stellen. Im Vorfeld der Braderie habe sie Waren bestellt, die bezahlt werden mussten. Es sei nicht fair gewesen, die Geschäfte in der Avenue zu übergehen. Sie bemängelt außerdem das Warenangebot der Stände.

„Wenn die Menschen nichts Brauchbares finden, dann kommen sie das nächste Mal nicht mehr.“ Die Geschäfte seien eine Familie, die zusammenstehen müsse, deswegen sollte auch jeder mitmachen. Beim Straßenverkauf werde außerdem für die Geschäfte geworben – und die Wirkung würde auch lange nach dem Termin andauern. „Noch Monate später fragen Kunden nach Waren, die sie auf der Braderie gesehen haben.“

Die Braderien der letzten fünf Jahre seien ein Reinfall gewesen. Janeczko sei mehrfach darauf angesprochen worden, warum sie nicht dabei gewesen war. „Früher gab es Stände, überall Stände. Dies ist jetzt leider nicht mehr der Fall“, so die Geschäftsfrau weiter. Für sie liegt die Schuld beim Geschäftsverband und der Organisation. Die Acomm („Association des commerçants et artisans de Differdange“) zeigte sich auf Nachfrage des Tageblatt überrascht über diese Vorwürfe.

Margot Janeczko habe letztes Jahr gesagt, in Zukunft nicht mehr bei der Braderie mitmachen zu wollen. Es sei bei ihr persönlich nachgefragt worden. „Deswegen haben wir auch keine Stände bis so weit oben geplant.“ Auch dass es keine Beschilderung und Lautsprecher gegeben habe, sei falsch. Laut Geschäftsverband sei die Technik überall auf ihre Funktionsfähigkeit hin untersucht worden.

Tageblatt.lu/AL