Diese wird begleitet von einer nationalen Charta, die am 24. März 2016 von gleich sechs Ministerien unterschrieben wurde (soziale Sicherheit, Gesundheit, Arbeit, Nachhaltigkeit, Inneres und “fonction publique”), den drei großen repräsentativen Gewerkschaften OGBL, CGFP und LCGB, dem Unternehmerverband UEL und dessen “Institut national pour le développement durable et la responsabilité sociale des entreprises” (INDR), sowie der “Association d’assurance accident” (AAA).

Einige Zahlen:

2014 wurden in Luxemburg 31.797 Arbeitsunfälle gemeldet.

26.477 wurden als solche anerkannt, 15 waren tödlich.

Seit 2000 liegen die Zahlen stets über 30.000, mit Schwankungen und ohne erkennbare Tendenz.

Dies trifft auch auf die Todesfälle zu (2013: 22; 2012: 17; 2011: 19; 2010: 19; 2009: 10; 2008: 18; 2007: 16; 2006: 14; 2005: 22; 2004: 10).

Im Durchschnitt gibt es in einem Jahr pro Arbeitstag einen Schwerverletzten durch einen Arbeitsunfall.

Zu den Arbeitsunfällen zählen auch Wege-Unfälle (“accidents de trajet”). Im Service-Bereich machen diese etwa 20% aller Unfälle aus.

Die Häufigkeitsrate liegt derzeit bei 5,37% und soll in einem ersten kurzfristigen Ziel der “Vision Zéro”-Kampagne bis 2022 um 20% auf dann 4,30% gesenkt werden.

Die drei letztgenannten Organisationen stehen am Ursprung dieses Forums, das am Donnerstag 90 Aussteller in der Luxexpo versammelte, und bei dem insgesamt 16 Workshops zum Thema abgehalten wurden.

Gastreferent bei der Festsitzung war der deutsche Diplom-Ingenieur Helmut Ehnes, seines Zeichens Generalsekretär der ISSA (“International Social Security Association”). Diese vereinigt 330 Mitgliedsorganisationen aus insgesamt 175 Ländern aus dem Bereich soziale Sicherheit unter ihrem Dach.

“7 goldene Regeln”

Innerhalb der ISSA ist Ehnes zuständig für Minen und Bergbau, und von diesem Teilbereich ging die Initiative für die internationale “Vision Zero”-Kampagne aus, von welcher sich die Luxemburger Variante ableitet.

Deren Internetseite www.visionzero.lu ist seit Donnerstag Abend ebenfalls online.

Die internationale Kampagne artikuliert sich rund um sieben sogenannte “goldene Regeln”. Von denen die erste besagt, dass die Chefs mit gutem Beispiel in allen Hinsichten vorgehen müssen, und die siebte, dass aktive Beteiligung von allen Beschäftigten gefordert ist und deshalb gefördert werden muss.

clc