Der amerikanische Politiker Bernie Sanders hat auf Facebook die neue luxemburgische Regierung gelobt. Der kostenlose öffentliche Transport hat es ihm angetan. 

“Glückwunsch an Luxemburg, dass es den wichtigen Schritt getan hat, seine öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos zu machen”, schrieb der parteilose Senator von Vermont am Donnerstag in einem Facebook-Beitrag. In einer Zeit, in der Wissenschaftler uns davor warnen würden, dass wir unverzüglich und aggressiv gegen unsere CO2-Emissionen vorgehen müssten, sei der öffentliche Nahverkehr ein hervorragendes Mittel, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, aus ihren Autos in Busse und Bahnen zu steigen.

Die luxemburgische Regierung hat in ihrem Koalitionsabkommen angekündigt, dass der öffentliche Transport ab dem ersten Trimester 2020 kostenlos werden soll. Als Gegenmaßnahme zur Finanzierung dieses Schrittes hat sie beschlossen, die Kilometerpauschale zu reduzieren. Durch diese können sich Arbeitnehmer, die weit zur Arbeit fahren, einen Teil ihrer Spritausgaben durch die Steuererklärung zurückerstatten lassen.

Der amerikanische Senator Bernie Sanders gilt als Galionsfigur der amerikanischen Linken. Im Rennen um das Weiße Haus im Jahr 2016 wollte er Kandidat der Demokraten werden. Er verlor gegen die gemäßigtere Hillary Clinton. Mit Forderungen nach kostenlosen Universitäten und Steuererhöhungen für Reiche sorgt er in den Vereinigten Staaten immer wieder für Wirbel. Die Positionen, die in Europa normal wirken, sind für einen amerikanischen Spitzen-Politiker sehr weit links.

19 Kommentare

  1. “Steuererhöhungen für Reiche?” Und damit bist du weg vom Fenster Bernie.Das ist als würdest du sagen du seist Atheist. Aber,muss ein gratis ÖT überhaupt gegenfinanziert werden in einem Land mit gesundem Haushalt? Wieviel Einnahmen durch Ticketverkauf stehen denn zu Buche? Die Hälfte der Reisenden fährt eh schon gratis und dass die Einnahmen durch Ticketverkauf nur einen Bruchteil der Gesamtkosten ausmachen ist wohl jedem klar. Jede öffentliche Leistung wird vom Staat subventioniert ob Theater,Museum,usw. Oder wie wär’s mit 0,01€ an der Zapfsäule zur Finanzierung des Gratistransports. Ein negatives Argument wäre die Möglichkeit einer “Degradation” für Sicherheit und Qualität im Zug,sofern diese Maßnahme nicht die Abschaffung des Kontrollpersonals(!) mit sich ziehen wird.Was sehr wahrscheinlich ist,aber man kann sich das ja noch gut überlegen.Denn bei Gratistransport werden “Figuren” im Zug auftauchen,die bisher das Geld nicht hatten. Man erinnert sich an aufgeschlitzte Sitze oder Belästigung der Reisenden durch diese “Zombies” unserer Gesellschaft. Man wird an einer Bahnpolizei nicht vorbeikommen.

    • Eine Art Bahnpolizei haben wir bereits seit einiger Zeit: In vielen Zügen fährt Security Personal mit, eine allgemein als positiv empfundene Massnahme die möglicherweise dem Nulltarif zum Opfer fallen wird. Mit der Einführung des Gratistransportes werden die vielversprechenden Ansätze der letzten Jahre eine qualitativ hochwertige ökologische Alternative zum Individualverkehr zu schaffen wieder rückgängig gemacht. So irrt der gute Bernie Sanders wenn er in seinem Post meint der kostenlose ÖT sei gedacht um mehr Menschen in Busse und Bahnen zu bringen. Denn laut Aussagen der Regierung bei der Vorstellung des Koalitionsabkommens handelt es sich hier um eine soziale Massnahme… allerdings: Kinder, Schüler und Studenten haben bereits den Nulltarif. Erwerbstätige mit niedrigen Löhnen die in Industriezonen und Geschäftszentren arbeiten die mit öffentlichen Transportmitteln nur schlecht zu erreichen sind werden weiterhin auf Auto angewiesen sein. Die grenzüberschreitenden Bus- und Zuglinien riskieren einen Teil ihrer Reisenden zu verlieren, da diese es vermutlich vorziehen werden ihr Transportmittel in Luxemburg zum Nulltarif zu nehmen anstatt weiterhin ein Auslands Abo zu bezahlen – und das bedeutet steigendes Verkehrsaufkommen in den Grenzorten….

  2. Gratulation an unsere neue Regierung.

    Ein paar Zeilen in einem Koalitionsversprechen und schon bekommen wir weltweite Anerkennung, Public Relation Gold und das auch noch für lau.

    Als Ex-Eisenbahner bin ich überzeugt, dass das Personal und die Automaten mit ihren diversen Inspecteur Divisionnaire Spitzen teuer sind als die Fahrkarten einbringen.

    • Man ist nicht “Ex-Eisenbahner”. Man ist Eisenbahner oder man ist es nicht. Es wäre müßig in der Geschichte zu wühlen.Sie werden wissen,dass Eisenbahner ,zumal im zweiten Weltkrieg, eine Rolle gespielt haben. Genau so müßig ist es,sich über Vorgesetzte oder Automaten zu ärgern. Man schießt schon mal am Ziel vorbei.

  3. da der oeffentliche transport schon jetzt fast kostenlos ist wird bei totaler kostenlosigkeit die zahl der fahrgaeste deswegen nicht steigen.als der fahrradtransport kostenlos wurde sitieg die anzahl der fahrraeser im zug von mir wahrgenommen um genau 0 prozent an.was auch zu begruessen ist da die anzahl der fahrradplaetze im zug wirklich stark begrenzt ist.also ist die ganze chose um den gratistransport nur eine warmeluftnummer.bleibt nur zu hoffen das diese fragwuerdige aktion nicht die in anderen kommentaren beschriebenen negativen folgen mit sich bringen wird.

    • Majo – hei geseit een matt beschtem Beispill datt den groussen Deel vun onser Bevoelkerung wirklech mengt : Gratis = Gratis. An dobei ass gratis NET gratis. Irgendeen muss et bezuelen an wann den Staat et muss bezuelen muss hien och ee Budget opstellen. Dofier geet daat net schons vum 1. Januar 2019 un. An nierwenbei bemierkt aennert een oeffentlichen ‘gratis’ Transport absolut neischt bei onsen Autoverwinnten Luxusbierger. Ech sinn dovunner iwerzeegt datt net mei Leit op Zuch oder Bus emklammen wei elo. P.S.: Jo, ech fueren mam Bus an Zuch ob meng Arbecht :-)…och elo schons…..

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