Nach tödlichem Unfall
„Sécurité routière“ wiederholt Forderung nach allgemeinem Tempo 30 innerorts
Nach dem tödlichen Unfall am Montagvormittag in Neudorf, bei dem drei Menschen getötet wurden, wiederholt die „Securité routière“ ihre Forderung nach einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h innerhalb der Ortschaften. Angesichts der Todesopfer im Straßenverkehr könne keine Maßnahme zu streng sein, sagt Paul Hammelmann, der auch für ein Überholverbot an Bushaltestellen plädiert.
Drei Menschen ließen bei dem Unfall ihr Leben Foto: Editpress/Hervé Montaigu
Am Montagvormittag forderte ein Verkehrsunfall in Neudorf drei Menschenleben, als zwei Autos einen Bus überholen wollten, der an einer Haltestelle stand. Obwohl offiziell keine Einzelheiten bekannt sind, scheint aber offensichtlich zu hohe Geschwindigkeit eine Rolle gespielt zu haben, meint der Präsident der „Sécurité routière“, Paul Hammelmann. Anders könne man sich die Bilder der Unfallstelle nicht erklären.
„In Kürze werden wir unseren Forderungskatalog hinsichtlich der kommenden Wahlen vorstellen, der auch schon von unseren Gremien gutgeheißen wurde. Wir fordern u.a. ein allgemeines Tempolimit von 30 km/h innerhalb der Ortschaften, so wie das bspw. in Paris und Brüssel der Fall ist. Die Befürchtung, dass dann mehr Staus entstünden, hat sich dort übrigens nicht bewahrheitet. Wir sind uns bewusst, dass damit auch nicht jeder dann mit 30 km/h fahren wird; aber auch wenn nun mit 40 gefahren würde, hätte man schon etwas erreicht. Im Falle eines Unfalls macht es aber einen großen Unterschied, ob ein Fußgänger mit 50 oder 40 km/h angefahren wird.“
Paul Hammelmann Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
„Da wird sich die ‚vox populi‘ sicherlich aufregen, aber wir sind der Meinung, keine Maßnahme ist streng genug“, meint Hammelmann. Aber Maßnahmen zu beschließen, sei eine Sache, eine andere sei es, dass ihre Einhaltung auch überwacht wird. 50 km/h solle die Ausnahme sein, und 30 km/h die Regel; momentan sei es umgekehrt. Das würde vermeiden, dass Fahrer, die sich normalerweise an die Geschwindigkeitsbegrenzungen hielten, sich plötzlich in einer Situation wiederfinden, wo sie zu schnell unterwegs sind. Des Weiteren fordert die Vereinigung für die Prävention von Verkehrsunfällen, die Geschwindigkeit auf den Nationalstraßen auf 80 km/h zu begrenzen.
Bezüglich der Tatsache, dass der Unfall am Montag an einer Bushaltestelle passierte, sagt Hammelmann, dass er sich durchaus ein Überholverbot an Bushaltestellen vorstellen könnte, in den USA sei es z.B. verboten, einen Schulbus an einer Haltestelle zu überholen. Dies sei allerdings bis dato noch keine offizielle Forderung der „Sécurité routière“.
„Es ist traurig, dass ein so tragischer Unfall passieren muss, damit man uns wieder etwas Beachtung schenkt“, so Paul Hammelmann.