SupercomputerMeluXina offiziell eingeweiht

Supercomputer / MeluXina offiziell eingeweiht
Die namensgebende Nixe prangt auf Luxemburgs neuem Supercomputer MeluXina Foto: Editpress/Julien Garroy

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Mit dem Druck auf einen roten Knopf hat Großherzog Henri am Montag den Supercomputer MeluXina offiziell gestartet. Die Maschine ist in der Lage, mehr als 10 Billiarden Rechnungen in einer Sekunde durchzuführen und ist damit unter den 50 besten Computern der Welt.

Nicht nur was die Leistung angeht, ist MeluXina eine Bestie. Ihr neues Zuhause ist ein Datenzentrum auf Roost bei Bissen. Dort steht der riesige Computer – so groß wie mehrere Schrankwände. Auf dem grau-weißen Gehäuse des riesigen Rechners prangt groß die namensgebende Nixe aus der luxemburgischen Sagenwelt vor Luxemburgs stilisierter Skyline. Das rot-weiß-blaue Nation Branding ist hier, wie auch im Rest dieser Etage des Rechenzentrums, nicht zu übersehen. Quer über das Gehäuse zieht sich ein blauer Lichtstreifen, von links nach rechts.

Für die feierliche Einweihung allerdings war im Rechenzentrum kein Platz. Diese fand wenige Meter weiter im Atrium der benachbarten Firma IEE statt. Bei der Einweihung anwesend waren neben dem Großherzog auch der für Digitalisierung zuständige Premier Xavier Bettel, Wirtschaftsminister Franz Fayot und weitere Gäste. Live zugeschaltet war Roberto Viola, Generaldirektor der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien der Europäischen Kommission.

Wirtschaftsminister Franz Fayot, Großherzog Henri und Premierminister Xavier Bettel bei der Feierlichkeit zur Einweihung des neuen Superrechners
Wirtschaftsminister Franz Fayot, Großherzog Henri und Premierminister Xavier Bettel bei der Feierlichkeit zur Einweihung des neuen Superrechners Foto: Editpress/Julien Garroy

In seiner Ansprache nannte Xavier Bettel die Rechenleistung der Maschine „unvorstellbar“. Diese unvorstellbare Leistung nun steht sowohl der Forschung wie auch der Wirtschaft zur Verfügung. Diese doppelte Ausrichtung von MeluXina in Wissenschaft und Wirtschaft ist einigermaßen außergewöhnlich. „Während die meisten Hochleistungsrechner in der Welt alleine zu Forschungszwecken verwendet werden, hat Luxemburg entschieden, seinen Hochleistungsrechner so zu designen, dass er auch die Bedürfnisse der Wirtschaft erfüllt“, sagte Mario Grotz, Direktor des MeluXina-Betreibers LuxProvide. Vor allem schielt MeluXina auf die Unternehmen aus Luxemburg und der Großregion. Dabei sind sowohl große Industriebetriebe, aber auch kleine und mittlere Betriebe und Start-ups gemeint. Sie können besonders rechenintensive Arbeiten auf dem Computer ausführen. Um den Markt auszuloten, hatte LuxProvide einen Aufruf gemacht und einen frühen und kostenlosen Zugang zum Computer angeboten. Laut Grotz haben sich 38 Bewerber dafür interessiert. Darunter waren laut Wirtschaftsminister Franz Fayot Unternehmen unterschiedlichster Art.

Sowohl der Premier wie auch der Wirtschaftsminister unterstrichen die Effizienz und damit die grüne Seite des Computers. Das Ökologische und Ökonomische gehörten zusammen, denn was schlecht für die Umwelt sei, schade auch der Wirtschaft. Die Umweltaspekte lägen auch dem Großherzog am Herzen, betonte Bettel. Auf Roost befindet sich das Kraftwerk der Firma Kiowatt. Dort werden Pellets hergestellt, aber auch Energie. In einem riesigen Ofen wird altes Holz, etwa Fensterrahmen von abgerissenen Häusern, verfeuert. Von hier bezieht das Datenzentrum seine Energie.

In einer Zeit, in der Computer immer kleiner werden, ein Koloss: MeluXina
In einer Zeit, in der Computer immer kleiner werden, ein Koloss: MeluXina Foto: Editpress/Julien Garroy

Der Computer ist Teil eines neuen europäischen Netzwerkes von acht Supercomputern. Die Verwaltungsgesellschaft für die Supercomputer in Europa wurde in Luxemburg angesiedelt – das gemeinsame Unternehmen EuroHPC JU wird von der Europäischen Kommission und den 33 beteiligten Ländern kofinanziert.

Auf luxemburgischer Seite ist in der Praxis das Unternehmen LuxProvide S.A. verantwortlich. Dabei handelt es sich um eine hundertprozentige Tochter des Datenzentrumbetreibers LuxConnect. LuxConnect wiederum ist ein Privatunternehmen, das zu 100 Prozent dem Staat gehört. MeluXina ist der zweite Computer dieses europäischen Netzwerkes, der seine Arbeit aufgenommen hat. Der erste dieser Computer, Vega, steht in Maribor in Slowenien. Weitere Computer entstehen in Sofia (Bulgarien), Ostrava (Tschechien), Bologna (Italien), Barcelona (Spanien), Guimarães (Portugal) und Kajaani (Finnland).

Luxemburg habe den Zuschlag für einen der Rechner erhalten, weil das Land mit seiner Bewerbung zeigen konnte, dass es über die nötigen Kapazitäten an Rechenzentren verfüge, hatte EuroHPC-Direktor Anders Jensen, bei einer Pressekonferenz im letzten September gesagt. Auch die bereits erwähnten ökologischen Aspekte seien dafür ausschlaggebend gewesen, dass Luxemburg den Zuschlag erhalten habe.

Im Dunkeln strahlt der Computer
Im Dunkeln strahlt der Computer Foto: Editpress/Julien Garroy

Im Umfeld von MeluXina entsteht zusätzlich ein nationales Hochleistungsrechner-Kompetenzzentrum. Dieses soll in Zukunft auch Unterstützung und Schulungen für zukünftige Anwender von MeluXina anbieten.

Mit den neuen Supercomputern wollen Europa und Luxemburg den digitalen Wandel vorantreiben und weltweit führend in Sachen Hochleistungsrechner werden. In einer Pressemitteilung der Europäischen Kommission zur Einweihung von MeluXina heißt es überschwänglich: „EuroHPC JU zielt darauf ab, die Lebensqualität zu verbessern, die Wissenschaft voranzubringen, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die technologische Autonomie Europas zu sichern.“

Funktional: Dieses graue Gebäude ist das Zuhause von Luxemburgs neuer Wundermaschine
Funktional: Dieses graue Gebäude ist das Zuhause von Luxemburgs neuer Wundermaschine Foto: Editpress/Julien Garroy
J.C. Kemp
14. Juni 2021 - 13.27

Die vier schwachsinnigsten Kommentare unter einem Artikel, ganz ohne Supercomputer, mit der Brieftaube übermittelt, ganz sicher!

Toni3
8. Juni 2021 - 21.25

Eng Aweihung: Mol ken Här mat Weihwasser an Weihrauch derbai, fir bessen dobannen ze netzen an Damp ze machen.

max
8. Juni 2021 - 14.07

dat kuckt esou aus, wéi wann ons zukünfteg de Computer seet wéi a wou et soll hi goen
dobéi gêt de Mênsch ganz an den Eck gestallt
da gêt gemaach wat onst Meluxina seet

wann êt nêt op eemol op d'Idii könnt, fiir op de berühmte Knäppchen ze drecken ..

Arm
8. Juni 2021 - 10.55

Eng schéi Foto. Déi 3 hellste Käpp vum Grand Duché beieneen.

Romain Juni
8. Juni 2021 - 8.13

Damit können wir superschnelle Luxcoins produzieren und bald die Welt regieren.Zum Betrieb brauchen wir mehr abgerissene Häuser mit Holzanteil.Doch die sind rar, da immer mehr Kunststoff und Metallfenster verbaut wurden.Wieviel CO2 produziert die Maschine?Wohl nicht so nachhaltig!?