Umfrage
Die meisten Beschäftigten in Luxemburg arbeiten gerne im Home-Office
Ein zentrales Element im coronabedingten Lockdown war das Arbeiten von zu Hause aus. Das Statec hat in einer Umfrage ermittelt, dass stolze 69 Prozent der Beschäftigten in diesem Zeitraum im Home-Office tätig waren. Für die überwiegende Mehrheit war es eine positive Erfahrung. Jedoch nicht für alle.
Mit abnehmendem Stillstand hat auf Luxemburgs Straßen der Betrieb wieder stark zugelegt Foto: Editpress/Julien Garroy
Für viele Menschen war es eine ganz neue Erfahrung. Der Prozentsatz der Beschäftigten im „Télétravail“ ist Anfang Mai – mitten im Lockdown – auf eine Rekordquote von 69 Prozent gesprungen. Fast die Hälfte waren die gesamte Arbeitszeit über im Home-Office; 21 Prozent erledigten ihren Job manchmal von zu Hause aus und manchmal im Büro. Nur 31 Prozent der Menschen mussten weiterhin täglich physisch an ihrem Arbeitsort präsent.
Diese Zahlen stammen aus einer Umfrage, die das Statec zwischen dem 29. April und dem 8. Mai durchgeführt hat. Insgesamt 2.000 Menschen haben über Telefon teilgenommen.
Der insgesamt sehr hohe Home-Office-Anteil versteckt jedoch unterschiedliche Entwicklungen je nach Wirtschaftsbereich. So arbeiteten mehr als die Hälfte der Staatsbeamten und der Angestellten am Finanzplatz von zu Hause aus. Im Bauwesen jedoch liegt die Quote bei unter 30 Prozent, im Gesundheitsbereich bei unter 20 Prozent.
Auch regionale Unterschiede hat das Statec festgestellt. So waren in Luxemburg-Stadt etwa 60 Prozent der Menschen im Home-Office, im Norden des Landes jedoch nur 31 Prozent. Hintergrund sei, dass Luxemburg-Stadt auf Dienstleistungen spezialisiert ist. Im Osten betrug die „Télétravail“-Quote 52 Prozent, im Süden 42 Prozent.
Die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) empfindet – oder empfand – das Home-Office als eine positive Erfahrung. 15 Prozent der Befragten waren jedoch unglücklich mit der neuen Situation. Gründe hierfür gebe es viele, schreibt das Statec: Diese reichten von Computerkenntnissen über die Qualität von zu nutzenden Computerprogrammen und dem verfügbaren Material bis hin zur Internetverbindung. Auch die eigene Wohnung dürfte eine Rolle gespielt haben.
Unzufriedenheit im Bildungswesen
Der Bereich, der in den vergangenen Wochen am aktivsten auf das Mittel „Télétravail“ zurückgriff, war das Bildungswesen. Satte 74 Prozent mussten demnach im Home-Office arbeiten. Dass Wissensvermittlung exklusiv per Bildschirm nicht so einfach ist, zeigt sich in den Zahlen: In keinem anderen Bereich war der Anteil der mit dem „Télétravail“ unzufriedenen Menschen größer als im Bildungswesen. Hier lag die Quote der Unzufriedenen bei 29 Prozent.
Wie viel Home-Office es in Zukunft gegen wird, bleibt eine offene Frage. In der Krise ist die Quote stark hochgeschnellt. In den Vorjahren war die Quote der Menschen im Home-Office jedoch konstant deutlich niedriger gewesen. Aktuell lässt der Blick auf die Straßen darauf schließen, dass für viele die „Télétravail“-Zeit bereits beendet ist. Das Statistikamt will das Thema in den kommenden Wochen weiter verfolgen.