EU-Parlament
Geständnis bringt Bewegung in Korruptionsskandal
Francesco Giorgi, im EP-Korruptionsskandal verhafteter Lebensgefährte der früheren Vize-Parlamentspräsidentin Eva Kaili, soll gestanden haben, Teil eines Netzwerkes zur Beeinflussung der europäischen Politik gewesen zu sein. Die neue Spurenlage führt zu weiteren Verdächtigen.
Die der Korruption verdächtige EU-Politikerin Kaili hat angegeben, die große Menge Bargeld in ihrer Brüsseler Wohnung habe weder ihr noch ihrem Partner gehört Foto: Gert Jochems/AP/dpa
Die italienische Zeitung La Repubblica und die belgische Zeitung Le Soir haben in dem hauptsächlich in Italien und Belgien spielenden Korruptionsskandal des Europäischen Parlamentes (EP) offensichtlich Einblick in die Ermittlungsakten erhalten. Sie berichten jedenfalls in ihren jüngsten Ausgaben übereinstimmend von einem Geständnis einer der verhafteten Schlüsselfiguren. Danach habe Francesco Giorgi, Lebensgefährte der ebenfalls in Haft sitzenden abgewählten Parlamentsvizepräsidentin Eva Kaili, zugegeben, Teil einer Organisation gewesen zu sein, die Katar und Marokko benutzt hätten, um sich in europäische Angelegenheiten einzumischen. Er selbst soll mit der Verwaltung von Bargeld betraut gewesen sein. Die Polizei hatte in der gemeinsamen Wohnung von Kaili und Giorgi Hunderttausende von Euro Bargeld gefunden. Zwei Abgeordnete hätten sich bestechen lassen, soll Giorgi bestätigt haben.