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„Gamma“ löst „Delta“ ab: Brasilianische Variante P.1 jetzt dominante Virenspielart in Luxemburg

„Gamma“ löst „Delta“ ab: Brasilianische Variante P.1 jetzt dominante Virenspielart in Luxemburg

Foto: Editpress-Archiv

Die brasilianische Coronavirus-Variante „P.1“ – von der WHO „Gamma-Variante“ genannt – war in der Kalenderwoche 26 die dominante Virenspielart in Luxemburg. Das geht aus dem neuesten „Revilux“-Bericht  hervor, den das Nationale Gesundheitslabor LNS am Freitagmittag veröffentlicht hat. P.1 hat demnach einen Anteil von 72,4 Prozent an den Neuinfektionen in der Woche vom 28. Juni bis zum 4. Juli. Die Delta-Variante lag bei einem Anteil von 25,4 Prozent.

Das LNS hat von 787 positiven Coronatests aus der Kalenderwoche 26 insgesamt 540 sequenziert, ein „Anteil von 65,1 Prozent von allen positiven Fällen“, wie das Labor schreibt. Insgesamt ist die Zahl der Neuinfektionen achtmal so hoch wie in der Vorwoche – die Zahl der Neuinfektionen mit P.1 ist sogar 20-mal so hoch. Die britische Variante B.1.1.7 machte in der Woche 26 nur noch 1,1 Prozent der Fälle aus.

Wohlgemerkt: Der P.1-Anteil von 72,4 Prozent am Infektionsgeschehen bezieht sich auf alle Proben. Bei der „repräsentativen Stichprobe“ aus der Bevölkerung macht die brasilianische Variante aber sogar 74,3 Prozent der Neuinfektionen aus. Dabei werden die größeren Cluster aus der Formel herausgerechnet. Diese machten laut LNS 200 Neuinfektionen in der Kalenderwoche 26 aus.

Möglicherweise kann P.1 weniger gut mit den derzeit vorhandenen Impfmitteln bekämpft werden als die anderen Varianten. „Wenn wir die südafrikanische und brasilianische Varianten raushalten können, dann haben wir viel erreicht“, hatte Tom Dentzer, Koordinator beim Gesundheitsministerium, am vergangenen Freitag gegenüber dem Tageblatt erklärt. „Die Impfstoffe wirken auch gegen diese Varianten – aber besser gegen die englische und Delta“, sagte Dentzer. 

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