SchengenArchitekturbüro nimmt Stellung zu beschlossener Kündigung

Schengen / Architekturbüro nimmt Stellung zu beschlossener Kündigung
Die Zentralschule in Remerschen ist nur eins der Dossiers, in denen Gemeinde und Architekten aneinandergeraten sind Foto: Editpress/Claude Lenert

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Das Architekturbüro „Valentiny hvp architects“ kann nicht nachvollziehen, warum die Gemeinde Schengen die Zusammenarbeit aufkündigen will in Sachen Schul- und Sportprojekt „Campus Baggerweiher“.  Das geht jedenfalls aus einer Mitteilung hervor, die das Büro am Mittwoch (10.5.) versandt hat.

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung (am 4. Mai) hatten Bürgermeister und Schöffen in Schengen um Zustimmung geworben, die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Valentiny hvp architects“ zu beenden, da die „Chemie“ einfach nicht mehr stimme, wie der Bürgermeister es formulierte (das Tageblatt berichtete).

Jetzt erklärt das Architekturbüro, über den offenbar aufgestauten Ärger, der zu alldem geführt hat, nicht wirklich im Bilde zu sein: „Bis heute wurde unser Büro nicht offiziell über diese Absicht, unsere beiden Verträge zu kündigen, informiert und hatte keine Kenntnis von den schweren Vorwürfen, die die Gemeinde während des Gemeinderats erhoben hat“, heißt es in der verschickten Mitteilung (die im Original auf Französisch verfasst ist).

„Keine Details bekannt“

Tatsächlich scheuen sich die Autoren der Mitteilung nicht, die im Gemeinderat öffentlich erwähnten fünf Punkte säuberlich aufzulisten: So sei es, beispielsweise, aus Sicht der Gemeinde offenbar zur „Missachtung und Infragestellung der Richtlinien des Bauherrn“ gekommen oder zur „Verletzung der vom Architekturbüro zu beachtenden Vertraulichkeit“.

Da aber „bis heute noch keine Details bekannt“ seien, könne man auch in der Mitteilung nicht wirklich Stellung dazu nehmen. Man finde es jedenfalls „erstaunlich, dass ein Gemeinderat eine so wichtige Entscheidung in der Öffentlichkeit auf der Grundlage solch vager und unklarer Aussagen trifft“.

Konkret („in den Medien“) bekannt gewordene Aspekte, wie „Diskussionen um die Dachform der Sporthalle“, hätten einem „klassischen Projektplanungsprozess“ entsprochen – keinesfalls habe man aber missachtet, wenn Vorschläge nicht erwünscht waren: „Wir haben bereits Anfang Februar alle […] gewünschten Änderungen akzeptiert“, heißt es.

„Rechtsberatung eingeholt“

Durchaus auffällig ist, dass das Büro einen weiteren Auftrag der Gemeinde erhalten hat, während es um einen früheren noch Rechtsstreit gibt – welcher ebenfalls Inhalt der jüngsten Gemeinderatssitzung war: Denn vor fünf Jahren hatte sich das Dach der Grundschule undicht gezeigt, die das Büro gebaut hatte. Von den Reparaturkosten in Höhe von rund einer halben Million Euro will die Versicherung der Architekten aber nur 250.000 Euro leisten – weshalb die Gemeindevorderen angekündigt haben, hier jetzt die Gerichte anzurufen.

„Das Problem mit dem Dach der Schule in Remerschen ist eine Problematik, die nicht nur unser Büro, sondern auch viele andere Gewerke betrifft“, schreibt „Valentiny hvp architects“ hierzu. Und: Obwohl bisher gar keine entsprechende Haftung festgestellt worden sei, sei man „stets daran interessiert, in dieser Angelegenheit eine Einigung zu erzielen“. Dies scheine aber „bei der Gemeinde Schengen nicht der Fall zu sein“.

Allerdings kündigen auch die Architekten an, bald wohl härtere Bandagen zu tragen: Vor allem, dass die Streitigkeiten in einer öffentlichen Sitzung thematisiert wurden, stößt offenbar auf. Wegen „zahlreicher Reaktionen und Diffamierungen“ habe man jedenfalls inzwischen rechtlichen Rat eingeholt.

(Eine Bitte des Tageblatt um Stellungnahme durch die Gemeinde Schengen blieb am Mittwoch bis Redaktionsschluss unbeantwortet.)

Bleistift
12. Mai 2023 - 11.09

Dieser Herr Stararchitekt sollte mal seine überteuerten Problembauten besuchen, wo viele Kunden sich über den Tisch gezogen fühlen, bevor der VIP-Herr mit seiner Arroganz versucht sich zu verteidigen. Mit den Füßen am Boden bleiben wäre logischer.

Leila
11. Mai 2023 - 17.48

Die Flusspromenade in Schengen mit den Holzbänken und dem vielen Grün war schöner als diese unbequemen Steinblöcke