LuxemburgischAb dem Schulbeginn gibt es nur noch ein gültiges Regelwerk

Luxemburgisch / Ab dem Schulbeginn gibt es nur noch ein gültiges Regelwerk
So sieht die Broschüre der neuen Luxemburger Rechtschreibung aus Bild: ZLS

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„Schwätz kee Brach“: Mit diesem Spruch hat das ZLS im vergangenen Jahr für die aktualisierte luxemburgische Orthografie geworben. Jeder sprachbegeisterte Luxemburger hatte nun ein Jahr Zeit, um sich an die neuen Regeln zu gewöhnen. Mit dem Beginn der Schule findet das alte Regelwerk jetzt endgültig sein Ende.

Das ZLS („Zenter fir d’Lëtzebuerger Sprooch“) hat im vergangenen November neue Regeln für die luxemburgische Rechtschreibung vorgestellt. Seitdem ist sowohl die alte als auch die neue Schreibweise korrekt. Mit dem Schulbeginn im September dieses Jahres gilt allerdings nur noch das neue Regelwerk. „Es ist keine Reform“, erklärt Luc Marteling, Direktor des ZLS: „Es ist eine Aktualisierung der Orthografie und deckt sehr viele Bereiche ab, die vorher nicht vollständig geklärt waren.“

Marteling betont, dass die neuen Regeln niemandem Angst machen sollen: „Das Letzte, was ich will, ist, dass die Orthografie jemanden davon abhält, Luxemburgisch zu schreiben.“ Es sei wichtig, dass Menschen, die korrekt schreiben wollen, ein sinniges Regelwerk haben. Dazu zählen vor allem Personen, die professionell mit der Luxemburger Sprache arbeiten und „in dem alten Regelwerk oft keine Antworten zu ihren orthografischen Fragen gefunden haben“. Das hätte sich anhand des bisherigen Feedbacks auch bestätigt.
Buchstaben werden sinniger verdoppelt, der Buchstabe „H“ wird bei der Wortdehnung konsequenter weggelassen und alle Suffixe werden gleich behandelt. „Das ist jetzt alles logischer“, lobt der Direktor das aktualisierte Regelwerk und wirkt zufrieden mit der Arbeit seines Teams.

Englisch im Luxemburgischen

Vor allem sei es bei der Entwicklung wichtig gewesen, auf alles vorbereitet zu sein: „Eine Sprache lebt nun einmal“, sagt Luc Marteling. „Es war unser Ziel, die Sprache moderner zu machen und gleichzeitig ihren Wurzeln treu zu bleiben – das geht nur mit sehr viel Entwicklungsraum.“ So ist zum Beispiel ein ganzes Kapitel der englischen Sprache gewidmet, die in Luxemburg immer mehr an Relevanz gewinne. Die Mehrzahl des Wortes „Fan“ war bis jetzt immer „Fannen“. Jetzt sei auch „Fans“ korrekt. Da wären die vergangenen Regeln veraltet.

Vor 20 Jahren gab es die letzte Reform. „Andere Länder aktualisieren ihre Sprache wesentlich öfter“, sagt Marteling. Das ZLS existiert erst seit 2017 und wurde als Teil der „Strategie für die Förderung der Luxemburger Sprache“ ins Leben gerufen. Eine ihrer Aufgaben hat das Zentrum mit dem Veröffentlichen des Regelwerkes erfüllt. Jetzt gilt es, „Antworten zu Fragen über die Schreibweise, Grammatik, Phonetik und den richtigen Gebrauch der Luxemburger Sprache zu geben“. So steht es im Gesetz zur Förderung der luxemburgischen Sprache, das am 20. Juli 2018 in Kraft getreten ist.

Anlaufstelle ZLS

Bei Fragen kann man also beim ZLS anrufen oder eine E-Mail schreiben. „Manchmal rufen Leute mit einer harten Nuss an“, gibt Marteling zu, „Dann müssen wir selbst recherchieren, um herauszufinden und zu definieren, wie die Schreibweise ist.“ Er und seine Mitarbeiter seien froh, dass sich die Luxemburger so konstruktiv mit dem Thema beschäftigen und dass so viele Menschen sich die neue Orthografie angeschaut haben.

Seit November seien auch schon mehr als 13.000 gedruckte Broschüren zu der neuen Rechtschreibung verteilt worden. Das PDF gibt es online auf der Seite des ZLS als Download. Eine weitere Kommunikationsinitiative sei allerdings nicht geplant, sagt Marteling: „Man könnte noch einmal mit dem Ministerium darüber reden, aber das ist natürlich momentan keine Priorität.“

Mit dem Beginn der Schule gelten also nur noch die neuen Regeln. Rückblickend gibt Luc Marteling zu, dass er eine große Verantwortung verspüre und er sich seiner einzigartigen Situation bewusst sei: „Wir konnten eine Sprache mitformen – darauf bin ich sehr stolz.“

Paul
17. August 2020 - 9.03

Dialekte oder auch Slang sind zeitlich und räumlich limitiert, wichtig zur Bildung einer eigenen Identität aber auch gewollt oder ungewollt ausgrenzend. Luxemburgisch erfüllt diese wichtige Funktion der lokalen Identifikation, wird sich aber niemals als Sprache durchsetzen. Insofern ist es verlorene Liebesmüh einen Dialekt in das Korsett einer Sprache zu zwängen.

Idiot
17. August 2020 - 1.01

Hei an letzebuerg get sou wie sou eis sproch baal nt mi geschwat zumolst nt an den schoulen das traurisch an dan kommen och nach nei reegelen raus ou ales wt mt da post gescheckt get as op franseich geeste an een gescheeft franseich froen mech weilang et na dauert bis dmamen sproch hei na op franseich as an letzebuerg em bennant get wt eng verarschung

C.
16. August 2020 - 23.26

'Ein Kauderwelsch von Dialekten' stösst so ziemliech auf jede Sprache zu, währe da nicht die offizielle Standardisierung, was dies natürlich ist. Und sogennante 'Loanwords' gibt es in JEDER Sprache. Also bitte, bevor man Unsinn labert, sich auch für das Feld interessieren.

HTK
16. August 2020 - 14.17

Wer weiß denn was ein "Millermoler" ist und wie wird es geschrieben? Zwölf Kantone mit zum Teil für den "Staater Mippchen" unverständlichen Wendungen und Namen machen die Sache zu dem was es ist. Ein Kauderwelsch von Dialekten und,ob man will oder nicht,80% deutschen und 20% französischen Worten.Für manche Worte haben sogar keinen Ausdruck,z.B. das Verb "lieben". Aber man will ja kein Spaßverderber sein.Also los.....schwätze mir kee Brach.Oder "Brooch",wie wir in Wasserbillig sagen.