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Der Friedensplan eines Anwärters auf den Nobelpreis

Der Friedensplan eines Anwärters auf den Nobelpreis

Unser Außenminister begrüßt Trumps Friedensplan für Gaza. Das Gegenteil wäre erstaunlich gewesen. Bliebe aber genauso belanglos wie seine Zusage. Das „neue Moment“, von dem er spricht, ist nur ein weiteres Trump’sches Gefummel. Wenn der Frieden vom „Willen der Israelis“ und der „Reaktion der Hamas“ abhängt, möchte klein Otto wissen, was Pilatus Trump damit am Hut hat. Anstatt im Vorhinein von „vielleicht einem der größten Tage in der Zivilisation“ zu sprechen, möge Herr Trump doch mit solch aufgeblähtem Gefasel bis nach dem Friedensvertrag warten.

Das grüne Licht Israels, von dem Bettel spricht, ist nur die Folge von einem bis nahe an den Bruch gedehnten Armverdrehens seitens des amerikanischen Paten. Weshalb kommt das so spät? Die „Islamisten“, heißt es, „prüfen derzeit verantwortungsbewusst den Trumpvorschlag“. Der Ernst der Lage verbietet es zu lachen, aber wenn ich vom Verantwortungsbewusstsein der Hamas höre, verspüre ich eine Mischung von Lachen und Brechreiz.

Bettel sagt weiter, „Wir müssen in der Region eine Perspektive von Sicherheit und Frieden schaffen“. Wir haben aber unser schäbiges „Wir“ schon seit Jahren in der Ukraine und in Gaza verloren. Unser „Wir“ schafft nur noch Perspektiven. Handeln bleibt Trump, Israel und der Hamas vorbehalten. In anderen Worten zwei Gegnern, die ihre gegenseitige Vernichtung auf dem Programm haben und einem Dritten, der, koste es, was es wolle, den Friedensnobelpreis anpeilt.

Es würde mich glücklich machen, in meinem Pessimismus über den Ausgang dieses Kuhhandels, eines Besseren belehrt zu werden.

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