Preis seit Ende 2020 verdoppelt

Was Gas die Luxemburger Haushalte kostet

Mit 6.753 GWh wurde 2024 zwar leicht mehr Gas verbraucht als im Vorjahr, aber dennoch weiterhin deutlich weniger als vor der Energiekrise. Gas verliert weiter an Gewicht im nationalen Energiemarkt. 

Die Preise haben sich in den letzten Jahren verdoppelt, trotzdem zahlen Luxemburger Haushalte weniger als der europäische Durchschnitt für Gas.

Die Preise haben sich in den letzten Jahren verdoppelt, trotzdem zahlen Luxemburger Haushalte weniger als der europäische Durchschnitt für Gas. Foto: AFP/Eric Piermont

Beim Gas ist Luxemburg noch abhängiger von Importen als beim Strom. Beim Gas sind es mehr als 99 Prozent, die aus dem Ausland eingeführt werden mussten (alles aus Belgien). Eine totale Abhängigkeit. Nur ein sehr geringer Anteil des verbrauchten Gases (0,63 Prozent) wurde hierzulande, in Form von Biogas, erzeugt.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 6.753 GWh verbraucht. Das sind fast fünf Prozent mehr als im Vorjahr, aber weiter deutlich weniger als im Jahr vor dem russischen Eroberungskrieg (2021: 8.708 GWh) und auch weniger als in den Jahren zuvor.

Von den 6.753 GWh Gas, die 2024 in Luxemburg verbraucht wurden, wurden 31,6 Prozent von den Haushalten zum Heizen genutzt, 65 Prozent von der Industrie und von Unternehmen und rund 3,5 Prozent zur Herstellung von Strom, wie aus dem Jahresbericht der Aufsichtsbehörde ILR hervorgeht.

Vor einigen Jahren wurde in Luxemburg noch viel mehr Gas verbraucht, wie Statec-Zahlen zeigen. 2015 lag der Verbrauch bei rund 10.100 GWh, 2012 sogar bei 13.610 GWh. Der starke Rückgang ist auf viele Faktoren zurückzuführen. Um fast 90 Prozent ist seit 2015 der Anteil der Stromerzeugung (Gas- und Dampfturbinen und Kraft-Wärme-Kopplung) zurückgegangen. Erst durch die Schließung des unrentabel gewordenen Gaskraftwerks Twinerg in Esch/Alzette, dann durch den russischen Angriffskrieg.

 

 

In jeder der drei Kundensparten wird heute spürbar weniger Gas verbraucht als 2017, schreibt das ILR. „Während der Energiekrise und seit 2022 haben alle Kundensegmente ihren Verbrauch generell reduziert“.
Mit dem rund 20 Prozent weniger hohen Verbrauch geht ein leichtes Schrumpfen des Netzes einher. „Seit 2020 stagniert der Ausbau des Netzes“, stellt das ILR fest. „Im Jahr 2024 ist erstmals ein Rückgang der Zahl der ,points de prélèvement‘ zu verzeichnen.“ 80.998 Haushalte verfügen über einen Gasanschluss, leicht weniger als im Vorjahr.

Preis unter dem europäischen Durchschnitt

Der Haushaltskunde zahlte 2024 im Schnitt 82,4 Euro für ein MWh Erdgas. Damit lag Luxemburg 2024, was die Gaspreise für die Haushalte anbelangt, spürbar unter dem europäischen Durchschnitt. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch bedeutete dies jährliche Kosten von 2.518 Euro pro Haushalt (210 Euro pro Monat). Das ist leicht billiger als im Jahr zuvor, aber immer noch deutlich teurer als 2021, als die Jahreskosten im Schnitt erst bei 1.607 Euro lagen. Noch ein Jahr vorher (2020) lagen sie sogar nur bei 1.201 Euro.

Im Gegensatz zum bisher relativ stabil gebliebenen Strompreis hat sich der Gaspreis in Luxemburg seit Ende 2020 somit verdoppelt. Ohne staatliche Stützungsmaßnahmen wäre der Anstieg noch höher ausgefallen, so das ILR: „Die Übernahme der Netznutzungsentgelte führte zu einer Senkung des durchschnittlichen Endpreises der Verbraucher von 105 Euro/MWh auf 82,4 Euro/MWh.“

 

 

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