Energiepreise 2025

Verbraucherschützer prangern Benachteiligung der Privatverbraucher an

Die „Union luxembourgeoise des consommateurs“ (ULC) fordert mehr Fairness und Transparenz, was die geplante Entwicklung der Strompreise für Haushalte angeht. Zudem beklagt sie, wegen der marktbeherrschenden Stellung der Enovos/Encevo-Gruppe einen Mangel an Wettbewerb.

Die ULC wünscht sich mehr Wettbewerb auf dem Luxemburger Strommarkt

Die ULC wünscht sich mehr Wettbewerb auf dem Luxemburger Strommarkt Foto: AFP/John MacDougall

Für die ULC ist es „nicht hinnehmbar, dass einmal mehr die privaten Verbraucherinnen und Verbraucher die Hauptlast tragen sollen“, schreiben die Verbraucherschützer am Dienstag in einer Pressemeldung. Das, obwohl sie nur für einen relativ geringen Anteil des Gesamtverbrauchs verantwortlich zeichnen.

Hintergrund ist, dass die Preise für Strom und Gas in Luxemburg am 1. Januar 2025 steigen werden. Dies unter anderem wegen des Auslaufens bzw. der Reduzierung der staatlichen Beihilfen (führt zu 30 Prozent Preiserhöhung) sowie einer neuen Tarifstruktur bei den Netzgebühren für Strom (ungewisse Folgen). Bei den Gaspreisen, die bereits starke Erhöhungen hinter sich haben, wird ein Preisplus von 17 Prozent erwartet.

Viele Verbraucher können sich neue, programmierbare Haushaltsgeräte nicht einfach so leisten, so die ULC. Auch könnten viele „ihren Tagesablauf nach den Anforderungen des Stromnetzes richten“. Die Organisation stellt auch die Frage, ob es aus ökologischer Sicht wirklich sinnvoll ist, Tausende gut funktionierende Haushaltsgeräte gegen programmierbare Alternativen auszutauschen.

„Wir verstehen, dass eine nachhaltige Energieversorgung auch wirtschaftliche Anpassungen erfordert. Allerdings dürfen diese nicht einseitig beziehungsweise überwiegend auf den Schultern der privaten Haushalte ausgetragen werden“, erklärt ULC-Präsident Nico Hoffmann. Immerhin stehen sie nur für einen kleinen Teil (16 Prozent) des nationalen Stromverbrauchs.

Ein Markt ohne Wettbewerb

Die ULC will dabei noch gerne einen Punkt in die Diskussion um die Strom- und Gaspreise mit einbringen. „Gerne vergessen wird die Marktdominanz und Aktionärsstruktur von Encevo“, so die Verbraucherschützer. Das Unternehmen hat durch zahlreiche Übernahmen eine marktbeherrschende Stellung erlangt. „Die Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 2009 hat in den Augen der ULC definitiv nicht zum erhofften Wettbewerb und zu einer tatsächlichen Öffnung des Marktes geführt. Ein echter Wettbewerb ist kaum noch zu erkennen“, so die ULC.

Größter Anteilseigner von Encevo ist der Luxemburger Staat, der rund 60 Prozent der Anteile kontrolliert. Der Staat habe durch seine Beteiligung definitiv erheblichen Einfluss auf die strategischen Entscheidungen und die Ausrichtung des Unternehmens, heben sie hervor. Nebenbei verdiene er durch die Dividenden auch noch nicht schlecht dabei.

„Wir brauchen klare Schritte zu mehr Transparenz und Wettbewerb“, fordert Nico Hoffmann. „Der Staat muss sich seiner Verantwortung bewusst sein, die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten und letztere nicht durch Unternehmenspolitik weiter zu belasten.“ Es sei nicht in Ordnung, dass die Marktstellung eines maßgeblich vom Luxemburger Staat kontrollierten Unternehmens die Energiepreise zum Nachteil der Bevölkerung diktiere, sagt er.

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