Luxemburg

Nach zwei Jahren im Minus steigen die Wohnungspreise wieder

Nachdem die Wohnungspreise in Luxemburg zwei Jahre rückläufig waren, sind die Preise letztes Jahr wieder leicht gestiegen. Die Krise auf dem Luxemburger Immobilien- Wohnungsmarkt ist damit jedoch noch nicht vorbei. Das geht aus neuen Zahlen zum Jahr 2025 hervor.

Durchschnittlicher Wohnungspreis steigt um 1,6 Prozent im letzten Jahr, Immobilienmarkt Preisentwicklung und Trends

Der durchschnittliche Preis für Wohnungen hat letztes Jahr um 1,6 Prozent zugelegt Foto: Christian Muller

Nachdem die Preise für Wohnungen in den Jahren 2023 und 2024 spürbar eingebrochen (zusammen um 16,3 Prozent) waren, sind die Preise im nun abgelaufenen Jahr 2025 wieder leicht gestiegen. Verbucht wurde ein Plus von 1,6 Prozent, wie Statec am Donnerstag mitteilte.

Die Zeit der fallenden Preise für Wohnungen hatte Ende 2022 begonnen. Der Markt war damals in eine Krise gerutscht, nachdem Europas Zentralbank (EZB) die Leitzinsen erhöht hatte, was in der Folge Kredite deutlich teurer gemacht hat. Erhöht hatte die EZB die Zinsen, um gegen den von Russlands Invasion der Ukraine ausgelösten Preisdruck auf Energie abzuschwächen. In den vier Jahren zuvor waren sie um rund zehn Prozent pro Jahr gestiegen.

Mit den wieder fallenden Leitzinsen begannen Immobilienkredite dann im letzten Quartal 2024 wieder günstiger zu werden. Ein richtiger Trend hin zu Preisen, die stets weiter steigen, ist jedoch noch nicht zu erkennen: In den beiden letzten Quartalen des Jahres 2025 betrugen die Jahreszuwachsraten lediglich 0,8 und 0,1 Prozent.

604.911 Euro für eine Durchschnittswohnung

Der Kaufpreis einer durchschnittlichen Apartment-Wohnung (79 m2) betrug in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 „nur“ 604.911 Euro, wie die Statec-Zahlen zeigen. Das ist deutlich weniger als die 697.375 Euro von Ende 2022. Verglichen mit vor zehn Jahren bleibt der Anstieg jedoch beachtlich: Ende 2015 lag der Durchschnittspreis für eine 80-Quadratmeter-Wohnung erst bei 400.702 Euro.

Nach zwei Jahren im Minus steigen die Wohnungspreise wieder

Weitere Details der Entwicklung auf dem Luxemburger Wohnungsmarkt im Jahr 2025 sind der Pressemeldung der Regierung zum Bericht „Logement en chiffres n°19“ zu entnehmen. Hervorgehoben wird hier beispielsweise, wie sehr die Nähe zur Hauptstadt und ihre Erreichbarkeit die Preise beeinflussen. So seien zwischen 2022 und 2025 die Preise für Bestandswohnungen in ganz Luxemburg deutlich gesunken, und doch habe man deutliche regionale Unterschiede festgestellt. So sind die Preise in diesem Zeitraum um elf Prozent in Luxemburg-Stadt gefallen, in einigen anderen Städten jedoch sogar um bis zu minus 18 Prozent.

Weiter wird in der Mitteilung unterstrichen, dass sich die Preise im letzten Quartal des Jahres (Oktober bis Dezember) 2025 je nach Segment unterschiedlich entwickelt haben: So hat das Plus bei sich im Bau befindenden Wohnungen im Jahresvergleich zwei Prozent betragen, bei bereits bestehenden Wohnungen plus 0,2 Prozent, während bereits bestehende Häuser im Schnitt sogar ein Prozent günstiger geworden sind.

Was nun die Entwicklung der Zahl der Immobilienkäufe angeht, so gab es im Jahresverlauf sehr starke Schwankungen, ist dem „Logement en chiffres n°19“ zu entnehmen: Nach einem ersten Aufschwung Ende 2024, gefolgt von einem Rückschlag in den ersten Monaten 2025, zeichnete sich das 2. Quartal 2025 durch ein außergewöhnlich hohes Aktivitätsniveau aus. Dieser starke Anstieg ließ sich jedoch größtenteils dadurch erklären, dass viele Käufer ihre Käufe vorgezogen, um von den am 30. Juni 2025 auslaufenden steuerlichen Maßnahmen zu profitieren.

Der Markt für Neubauten bleibt in der Krise

Im 3. Quartal 2025 ging die Aktivität dann erwartungsgemäß zurück, und auch im 4. Quartal 2025 bestätigt sich dieser Trend. Der in den Monaten Oktober bis Dezember 2025 beobachtete Rückgang betrifft alle Segmente, ist jedoch auf dem Markt für Neubauten besonders ausgeprägt, so das „Observatoire de l’habitat“. Gezählt wurden nur 149 Verkäufe von im Bau befindlichen Wohnungen. Dieser Markt-Bereich befindet sich seit 2023 in einer tiefen Krise. „Im Gegensatz dazu zeigt sich der Markt für Bestandsimmobilien widerstandsfähiger, mit Aktivitätsniveaus, die trotz des jüngsten Rückgangs nahe an den Vorkrisennormen liegen.“

Diagramm zur Entwicklung der Verkaufszahlen von Apartment-Wohnungen über mehrere Jahre

Entwicklung der Zahl der Verkäufe von Appartment-Wohnungen Screenshot: Logement en chiffres n°19

Was nun die Entwicklung der Mieten für Wohnungen anbelangt, so lagen diese laut den Immobilienanzeigen auf immotop.lu in den letzten Monates des Jahres 2025 etwa drei Prozent über denen des Vorjahres. Die neu gefragten Mieten für Häuser sind derweil nur zwei Prozent höher als vor einem Jahr.

Die Mieten für laufende Mietverträge, wie sie vom Statistikamt Statec erfasst werden, entwickeln sich moderater: Sie haben innerhalb eines Jahres um rund 1,5 Prozent zugelegt. Das ist deutlich niedriger als der Anstieg der neu ausgeschriebenen Mieten und auch niedriger als die Inflationsrate (2,3 Prozent) im Jahr 2025.

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