Iran-Krieg
Internationale Handelskammer warnt vor „schlimmster Industriekrise“ der Geschichte
Die Sperrung der Straße von Hormus könnte wesentlich weiter reichen als bis zur Zapfsäule an der Tankstelle.
Ein Arbeiter fährt neben Gebäuden auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns BASF in einem Aufzug Foto: Uwe Anspach/dpa
Der Iran-Krieg könnte nach Ansicht des Generalsekretärs der Internationalen Handelskammer die „schlimmste Industriekrise seit Menschengedenken“ auslösen. Das liege nicht nur an den steigenden Energiepreisen, sondern auch daran, dass „die industrielle Produktion selbst gestört und durch Gasengpässe und andere wesentliche Vorleistungen beeinträchtigt wird“, sagte John Denton am Donnerstag vor der am Freitag stattfindenden Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO im kamerunischen Jaunde.
Denton verwies auf Aussagen des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, der am Montag vor der womöglich schwersten Energiekrise seit Jahrzehnten gewarnt hatte. Die Auswirkungen der Krise träfen nicht nur die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft, die auf Düngemittel angewiesen sei, sagte Denton weiter. Die Störungen im Handel mit Dünger stellten eine „sehr reale Gefahr für die kommende Erntesituation dar“, da Landwirte weltweit mit Versorgungsengpässen und Preisanstiegen konfrontiert seien.
Im Zuge der US-israelischen Angriffe auf den Iran hat Teheran de facto die Straße von Hormus gesperrt, durch die Meerenge verläuft üblicherweise rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports. Auch wurden wiederholt Öl- und Gasproduktionsanlagen in der Golfregion angegriffen. Der Rohölpreis stieg seit Beginn des Iran-Kriegs deutlich.
Es sei „von entscheidender Bedeutung, dass die internationale Gemeinschaft alles in ihrer Macht Stehende unternimmt, um die sichere Handelsschifffahrt im Golf wiederherzustellen“, fuhr Denton fort.