Working poor

„Ich schäme mich“: Gespräche mit Betroffenen der Erwerbsarmut in Luxemburg

Ein Job schützt längst nicht mehr vor Armut. Luxemburg gehört zu den Ländern in der Europäischen Union mit dem höchsten Anteil an „working poor“. Die meisten Betroffenen können politisch nicht mitbestimmen, weil sie nicht die luxemburgische Staatsbürgerschaft besitzen.

Ausgeliefert: ein Plattformarbeiter bei der Arbeit.

Ausgeliefert: ein Plattformarbeiter bei der Arbeit. Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Ciro weiß sich nicht mehr zu helfen. Der 42-Jährige hat einen Brief von seinem Vermieter erhalten. Die letzte Monatsmiete für die Wohnung sei noch nicht bezahlt, steht in dem Schreiben. „Dabei habe ich den Betrag doch überwiesen“, sagt der Brasilianer mit portugiesischem Pass. „Da muss etwas schiefgegangen sein.“ In der Tat scheiterte die Überweisung daran, dass sein Dispokredit überschritten war. „Ich hatte in letzter Zeit viele Rechnungen zu begleichen: Das Auto musste zur Reparatur, eine Versicherung musste bezahlt werden“, sagt er mit einem ratlosen Gesichtsausdruck. „Hinzu kommt, dass die Lebensmittel in den letzten Monaten wirklich viel teurer geworden sind.“

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