Hintergrund
„Grüner Stahl“: Warum ArcelorMittal 1,2 Milliarden in den USA investiert
Einer der weltgrößten Stahlkonzerne, die luxemburgische ArcelorMittal-Gruppe, investiert 1,2 Milliarden US-Dollar (1,16 Milliarden Euro) in den USA. Der Konzern baut dort das derzeit modernste Elektrostahlwerk der Welt. Es wird nahezu CO2-frei arbeiten. Gleichzeitig greift der Konzern auf die Forschungseinrichtungen der Gruppe zurück, verbindet Erfahrungen in Europa mit Entwicklungen in den USA und erliegt den Verführungen der Vereinigten Staaten, Angebote an ausländische Unternehmen in den USA zu investieren. Calvert in Alabama ist ein Beispiel für die weltweite Vernetzung der Stahlindustrie, für die Anstrengungen einer Industrie, ein „grünes Produkt“ herzustellen, und die damit verbundenen Milliarden-Investitionen.
Monlevade, erstes Stahlwerk von Arbed in Brasilien Foto: ArcelorMittal
Anfang Februar: Sie sind alle da, die Gouverneurin von Alabama, Kay Ivy, Senatorin Katie Britt, der Kongress-Abgeordnete Barry, die regionale Wirtschaftsministerin Ellen McMair und die Präsidentin des Parlaments des „Count of Mobile“ Merceria Ludgood. John Brett, CEO ArcelorMittal Nordamerika, wird so schnell nicht wieder den gesamten politischen Adel eines US-Staates empfangen. Allerdings: Der Anlass ist wichtig für Alabama, das Mobile County und ArcelorMittal. In Calvert, in Reichweite einer Walzstraße von ArcelorMittal, entsteht ein Elektrostahlwerk der besonderen Art: Hier wird Schrott mit Eisenschwamm gemischt und dann zu Stahl „gekocht“. „Mit dieser Art der Mischung gelingt es uns, Flachstahl in einem Elektrostahlwerk herzustellen.“ Das war bisher nicht möglich. Flachstahl, insbesondere für die Automobilindustrie, musste in Hochöfen gekocht werden, eine für die heutige Zeit so nicht mehr vorstellbare Art.