Umstrukturierung
Goodyear plant Stellenabbau – mögliche Folgen für Luxemburg unklar
Goodyear will sein Geschäft in der EMEA-Region neu ausrichten und rund 600 Stellen im Vertrieb und in unterstützenden Bereichen überprüfen. Gleichzeitig sollen etwa 200 neue Jobs entstehen. Unterm Strich könnten demnach rund 400 Stellen wegfallen.
Goodyear plant eine Umstrukturierung seines EMEA-Geschäfts Foto: Editpress-Archiv/Isabella Finzi
Goodyear treibt die Umstrukturierung seines EMEA-Geschäfts voran. Wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt, sollen die geplanten Änderungen rund 600 Stellen im Vertrieb und in unterstützenden Bereichen in der EMEA-Region („Europe, Middle East, and Africa“) betreffen. Mit den Sozialpartnern seien sie bisher jedoch noch nicht abgestimmt worden. Gleichzeitig sollen etwa 200 neue Arbeitsplätze im Zuge des neuen Geschäftsmodells geschaffen werden, schreibt Goodyear. Somit dürften etwa 400 Stellen abgebaut werden. Welche Länder in welchem Maße betroffen sind, verrät das Unternehmen in der Mitteilung nicht. Auf eine Anfrage des Tageblatt hat die Firma am Montag (Stand 14.30 Uhr) noch nicht geantwortet.
Wie das Unternehmen auf seiner Website mitteilt, zielen die Maßnahmen darauf ab, Abläufe zu vereinfachen, die Komplexität zu reduzieren und die Organisation stärker auf Kunden auszurichten, um den Mehrwert in der Region zu steigern. „Mit diesen Änderungen erwartet das Unternehmen, die Nachhaltigkeit des Geschäfts zu steigern und zukünftiges Wachstum zu ermöglichen“, schreibt Goodyear.
Die Gewerkschaft OGBL hat nach eigenen Angaben bislang keine näheren Informationen zu den Umstrukturierungsplänen von Goodyear. „Wir haben sofort eine Unterredung mit der Direktion beantragt“, sagte Patrick Freischel auf Tageblatt-Nachfrage. Eine Antwort stehe jedoch noch aus. Daher verfüge man derzeit über keine weiteren Informationen als jene, die Goodyear offiziell mitgeteilt habe.
Seit 75 Jahren in Luxemburg
Goodyear produzierte seinen ersten Reifen im luxemburgischen Werk vor 75 Jahren – am 31. Januar 1951. Im Großherzogtum wird dabei nicht nur produziert, sondern vor allem auch geforscht. Bereits 1957 startete Goodyear seine ersten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Land. Dies legte den Grundstein für das, was sich zum heutigen Goodyear Innovation Center Luxembourg entwickelt hat: die Entwicklung neuer reifenbezogener Produkte und Technologien.
Mit mehr als tausend Forschern arbeiten heute in Luxemburg etwa 40 Prozent der gesamten R&D-Mannschaft des Konzerns, wie ein Konzernsprecher in einem früheren Gespräch mit dem Tageblatt betont hatte. Der Grund, warum die Entscheidung für den Forschungsstandort auf Luxemburg gefallen war, ist ein historischer: „Europa war mal der Standort, der weltweit am wichtigsten war, wenn es um das Festlegen und das Bestimmen der Standards in der Automobilbranche ging“, so der Sprecher damals.
Daneben hat sich der Standort Luxemburg ebenfalls zu einem regionalen Hauptquartier entwickelt, und das ursprüngliche Werk in Colmar-Berg ist zum „größten Lkw-Reifenwerk des Unternehmens“ geworden, so das Unternehmen.
„The Goodyear Tire & Rubber Company“ aus den USA ist eines der größten Reifenunternehmen der Welt. Es beschäftigt etwa 64.000 Mitarbeiter und stellt seine Produkte in 51 Werken in 19 Ländern weltweit her. (les/CM)