Verbrauchervertrauen
Die Geopolitik dämpft die Zuversicht der Haushalte – auch in Luxemburg
Zu Jahresbeginn deutete noch alles darauf hin, dass die Luxemburger Verbraucher die Zeit der vielen Krisen endlich hinter sich gelassen und auf Optimismus umgeschaltet hätten. Im Monat März ist die Zuversicht der Haushalte nun jedoch wieder deutlich eingebrochen.
Die Angst vor weiter steigenden Energiepreisen stimmt die Verbraucher pessimistischer Foto: Editpress/Vincent Lescaut
„Das Verbrauchervertrauen ist im März 2026 stark gesunken“, so die Luxemburger Zentralbank diese Woche in einer Pressemitteilung. Die Punktezahl des Stimmungsbarometers lag in dem Monat bei minus 16 Punkten. Der Index befindet sich damit wieder klar unter seinem langjährigen Durchschnitt von minus acht Punkten. Zum Vergleich: Im Vormonat Februar lag der Indikator noch bei deutlich besseren minus 6 Punkten.
„Alle Komponenten des Indikators haben sich in diesem Monat negativ entwickelt“, schreibt die Zentralbank weiter. Ganz leicht verbessert hat sich lediglich der Punkt, wo die Haushalte nach der Einschätzung hinsichtlich ihrer finanziellen Lage in den letzten zwölf Monaten befragt wurden.
Besonders deutlich eingebrochen sind in dem Monat die Antworten der Verbraucher, was ihre Erwartungen für die wirtschaftliche Entwicklung Luxemburgs in den kommenden zwölf Monaten angeht. Hier wurde eine Verschlechterung von -9 auf -30 Punkte gemessen. Es wird damit deutlich, dass die Angst vor den negativen Folgen des Konflikts in und um den Iran sich bemerkbar macht.
Auch Luxemburgs statistisches Institut Statec hat bereits erklärt, dass man sich Sorgen um die Entwicklung der Konjunktur in Luxemburg macht. Die Statistiker befürchten, wegen der Folgen des Krieges, die Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Luxemburg, für das laufende Jahr herunterschrauben zu müssen. Das nach einem überaus schwachen BIP-Wachstum von lediglich 0,6 Prozent im Jahr 2025.
Vorsicht bei den Ausgaben
Laut dem Indikator der Zentralbank befürchten Luxemburgs Haushalte derweil nicht nur Folgen für die nationale Wirtschaft, sondern auch für den eigenen Geldbeutel. Deutlich nach unten korrigiert haben die Haushalte im März nämlich auch ihre Erwartungen hinsichtlich ihrer eigenen künftigen finanziellen Situation sowie ihre Absichten in Bezug auf größere Anschaffungen, schreibt die BCL. Mit anderen Worten: Die Luxemburger Verbraucher wollen zunehmend auf Vorsicht setzen, und bei größeren Ausgaben eher abwarten.
Die Ergebnisse der Umfrage sind eine Trendwende. In den letzten Monaten, seit kurz vor Weihnachten, sah es aus, als seien die Luxemburger Haushalte wieder optimistischer geworden. Zuvor war das Verbrauchervertrauen von den zwei großen Krisen der letzten Jahre, Corona und Energiepreise, stark belastet worden.
Um den Indikator zum Verbrauchervertrauen zu erstellen, wird jeden Monat eine telefonische Umfrage bei etwa 500 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Einwohnern Luxemburgs durchgeführt. Dann wird der Prozentsatz der Antworten, die eine Verbesserung gemeldet haben, vom Prozentsatz der Antworten, die eine Verschlechterung gemeldet haben, abgezogen und die vier Komponenten werden zusammengerechnet.

Bei der langfristigen Entwicklung des Verbrauchervertrauens ist der Einfluss von Krisen, wie etwa 2008 im Finanzbereich, 2020 mit Corona und 2022 mit dem russischen Überfall auf die Ukraine, sehr deutlich zu sehen