„unseren Weg noch konsequenter gehen“

Jeunesse Esch bindet Trainer Reinhold Breu für vier Jahre an sich

Jeunesse Esch macht einen für die heutige Fußballwelt ungewöhnlichen Schritt und bindet Trainer Reinhold Breu für die nächsten vier Jahre an sich. Der Rekordmeister will zusammen mit dem ehemaligen FLF-Chefausbilder für mehr Identität auf der „Grenz“ sorgen.

Reinhold Breu präsentiert innovative Strategien für Jeunesse Wachstum und Erfolg in der Kosmetikbranche

Die Jeunesse setzt auf das Know-how von Reinhold Breu Foto: Editpress/ Jeff Lahr

„Jeunesse Vision 2030“ – unter diesem Motto war die Pressekonferenz am Dienstagmittag in den Räumlichkeiten von Sponsor Sudstroum angekündigt. Der Rahmen war ein Office-Setting, die Ankündigung etwas außergewöhnlicher. Die Jeunesse verlängert den Vertrag mit Trainer Reinhold Breu um ganze vier Jahre bis Juni 2030 (das Tageblatt berichtete am Dienstag).

Außergewöhnlich, weil in der BGL Ligue die meisten Trainer nur ein bis zwei Jahre oder ein paar Monate überleben. „Wir sind überzeugt von unserem Weg und wollen diesen noch konsequenter gehen. Das, was wir aufbauen wollen, kann man nicht in einem Jahr machen, deshalb haben wir Reinhold Breu mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet“, erklärte Präsident Marc Theisen.

Worum geht es? Jeunesse hat vor weniger als einem Jahr mit einem Kurswechsel begonnen. Im Sommer wurden nicht weniger als acht Spieler unter 21 Jahren verpflichtet, die fast alle irgendwann Mitglied der FLF-Fußballschule waren. Viele erfahrene Spieler mussten gehen. Ein Grund für das Kommen der Talente war auch die Verpflichtung ihres ehemaligen Trainers Breu. Aber auch das Budget des Vereins spielte eine Rolle. Jeunesse kann seit Jahren nicht mehr mit den Top-Mannschaften mithalten und musste einen anderen Weg einschlagen, um wieder attraktiv für Spieler und Zuschauer zu werden.

„Die allgemeine Situation des Luxemburger Klubfußballs ist teilweise beängstigend. Viele Mannschaften ändern fast jährlich ihr Gesicht und haben dadurch ihre Identität verloren. Wir haben uns die Frage gestellt, mit welcher Vision wir gegensteuern können“, blickte Theisen zurück.

Das erste Jahr des Neuaufbaus verlief bisher zufriedenstellend. Aktuell steht die Jeunesse mit einer sehr jungen Mannschaft auf dem siebten Platz der BGL Ligue, holte am vergangenen Wochenende ein 1:1-Remis gegen Meister und Tabellenführer Differdingen. So soll es auch in Zukunft weitergehen. „Wir wollen zu einem Reservoir für junge luxemburgische Spieler werden. Sie sollen bei uns eine Perspektive bekommen und den Sprung ins Profigeschäft schaffen“, so Theisen weiter.

Der Escher Traditionsverein will sich aber auch ein neues Image geben, das sehr viel mit dem alten Bild des Klubs zu tun hat. „Früher gab es bei der Jeunesse viele italienische Einwanderer und Schmelzarbeiter. Diesen Geschichtsfaden wollen wir weiter spinnen und eine neue Identität schaffen, die die Zuschauer wieder ins Stadion bringt“, sagte Theisen, der auch darauf hofft, dass viele lokale Sponsoren auf diesen Zug aufspringen werden.

„Ich liebe Beständigkeit“

„Ich habe Lust auf Jeunesse Esch“, sagte Reinhold Breu. Muss er auch, denn in den nächsten vier Jahren muss Aufbauarbeit geleistet werden. Präsident Theisen sagte zwar, dass die Resultate nicht im Vordergrund stehen, doch es scheint offensichtlich, dass ab der kommenden Saison mindestens Platz sechs angepeilt werden soll. Danach will man sich sukzessive nach vorne arbeiten. „Ich liebe Beständigkeit und Beständigkeit ist ein Faktor für den Erfolg“, so Breu. Der Deutsche will jedoch nicht nur auf Talente setzen. Ein gesunde Mischung aus Nachwuchsspielern und erfahrenen Spielern aus dem In- und Ausland soll den Erfolg auf lange Sicht herbeiführen. „Die laufende Saison hat bereits gezeigt, dass wir das Potenzial der Talente nutzen können und erfolgreich sein können“, so der Deutsche.

Bis Mitte April soll der Großteil der auslaufenden Verträge verlängert werden. „80 Prozent der Mannschaft soll zusammenbleiben“, sagte Theisen und Breu ergänzte: „Ein bisschen frisches Blut muss immer sein und tut jeder Mannschaft gut.“

Der ehemalige FLF-Chefausbilder weiß, dass große finanzielle Sprünge auch im kommenden Sommer nicht möglich sind. „Ich bin zufrieden mit dem Budget. Die Spieler kommen zu uns wegen des Projekts. Wir wollen Werte schaffen, keine Werte einkaufen.“

Bei der Vertragsunterschrift: Trainer Reinhold Breu (l.), Präsident Marc Theisen und Sudstroum-Co-Direktor Torsten Schockmel (r.)

Bei der Vertragsunterschrift: Trainer Reinhold Breu (l.), Präsident Marc Theisen und Sudstroum-Co-Direktor Torsten Schockmel (r.)

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