Triathlon
Warum Jemp Ernzen für den Sport bis nach Ruanda ging
Die Füße stillhalten kann Jemp Ernzen nur sehr schwer. Sport zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben – und das von den ersten Pässen auf dem Echternacher Fußballplatz bis hin zur Gründung einer Triathlon-Akademie in Ruanda. Über einen Sportlehrer, für den es immer mehr Lösungen als Probleme gibt.
Jemp Ernzen brachte ein Stück FLTri und LASEL nach Rwanda Foto: privat
Die Bilder seiner abgenutzten Laufschuhe gingen Jemp Ernzen nie aus dem Kopf. „Ich habe mich geschämt“, weiß er heute noch. Trotz der vielen Arbeitsstunden auf dem heimischen Bauernhof fehlte der Familie in den 70ern das Geld für die teuren Adidas-Schuhe, die er sich damals gewünscht hätte. Doch der Crosslauf, den der 6e-Schüler des Echternacher Lycée damals mit den kaputten Latschen für sich entschied, öffnete ihm die erste Tür zur Leichtathletik. Der hauptstädtische CAL meldete sich, bot ihm eine Lizenz und Trainingseinheiten im Stadion an der „Areler Strooss“ an.
Obschon er teilweise erst bei Dämmerung und zu später Stunde wieder zu Hause ankam, genoss der Athlet diese Zeit. „Als Kind war ich vorher schon zu Fuß zum Fußballtraining nach Echternach gelaufen. Ich war von klein auf auf mich allein gestellt“, erklärt Ernzen. Der große Durchbruch gelang ihm 1994: Eine Woche nach seinem ersten Landesmeistertitel im Cross-Country lief er in Lissabon bei seiner Halbmarathon-Premiere nach 1:07:42 Stunden über den Zielstrich – und durfte für kurze Zeit auf eine Olympia-Teilnahme am Marathon in Atlanta hoffen. Ein Traum, der sich nie erfüllen sollte.