Maid Adrovic

Von null auf hundert – Leistungsträger mit 17 Jahren

Es war die Überraschung des vierten Spieltags: Mamer feiert seinen ersten Saisonsieg gegen die favorisierte Amicale Steinsel. Einen großen Anteil an dem knappen 86:85-Erfolg hatte Maid Adrovic, der mit seinen 19 Punkten und vier Rebounds zu überzeugen wusste.

Maid Adrovic (l.) zieht zum Korb

Maid Adrovic (l.) zieht zum Korb Foto: Mambra Mamer/Otmar Britz

Dabei waren die Voraussetzungen für Mamer vor Spielbeginn nicht ideal: Mit Gianni Beslija fehlte einer der wichtigsten Spieler verletzungsbedingt und in der Schlussphase musste man ohne Profi Domenick Sleva, der foulbedingt ausschied, auskommen. „Seit Beginn der Saison gehen wir als Underdog in die Begegnungen“, so Maid Adrovic. Mamer hatte demnach nichts zu verlieren gegen die Amicale. Ausschlaggebend für den Spieler mit der Nummer Fünf war, dass man konzentriert in die Partie startete und die Intensität bis zum Schluss hochhielt. „Wir konnten unser Spiel über 40 Minuten durchziehen. In den ersten Spielen der Saison ließen wir den Kopf zu schnell hängen. Lagen wir im Hintertreffen, hatte man den Eindruck, wir hätten aufgegeben und wir dachten, das Spiel sei bereits gelaufen. Gegen Steinsel war das anders: Wir zeigten bis zum Schluss Kampfgeist“, so der 17-Jährige.

Ein wichtiger Sieg, der Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben kann: Am Mittwoch treffen Adrovic und Co. im Pokal auf den Zweitligisten Mondorf, während am Samstag das wichtige Meisterschaftsspiel gegen den aktuellen Tabellenletzten Contern programmiert ist. Für viel Erleichterung sorgte nicht nur der erste Saisonsieg, sondern auch, dass Non-JICL-Non-Pro-Spieler Raphaël Muth letzte Woche vom Verbandsgericht für spielberechtigt erklärt wurde und am Sonntag erstmals im Mamer Trikot auflaufen konnte.

Dass es keine leichte Saison für Mamer werden würde, das war klar. In der Zwischensaison gab es eine ganze Reihe Abgänge zu verkraften und viele neue Spieler mussten integriert werden. Hinzu kommt, dass nicht viele Spieler im Kader Enovos-League-Erfahrung besitzen. Der Altersdurchschnitt liegt gerade mal bei 21,15 Jahren. „Viele bewerten das vielleicht als Nachteil, dass wir eine sehr junge Mannschaft sind, doch das sehe ich anders: Wenn man als Team zusammenhält und die Chemie stimmt, spielt das Alter nicht unbedingt eine Rolle. Oft wird ein Spiel durch den Einsatz und Kampfgeist entschieden: Die Mannschaft, die den größeren Willen hat, gewinnt.“

Gegen Steinsel agierte die Mambra jedenfalls mit Biss: Adrovic und Co. warfen sich auf jeden Ball, auch wenn man bis zum Schluss zittern musste. In der 35. Minute führten die Gastgeber 77:65, doch in einer von Hektik geprägten Schlussphase wurde es nochmals eng. Nichtsdestotrotz behielt die junge Mamer Truppe, die durch Teamgeist überzeugte, die Oberhand.

Die Freude über den Erfolg war bei Maid Adrovic groß. Auch mit seinen bisherigen Leistungen kann der Mamer Spieler mehr als zufrieden sein. Für den 17-Jährigen ging es in der Spielzeit 2025/26 quasi von null auf hundert: Während er in der vergangenen Saison beim Basket Esch in nur sieben Partien zum Einsatz kam und dabei im Durchschnitt rund sechs Minuten auf dem Platz stand, steht er bei Mamer in der Startfünf, spielte bisher im Durchschnitt 37 Minuten und erzielte dabei zwölf Punkte im Schnitt.

Im stark veränderten und verjüngten Mamer Team spielt der erst 17-Jährige demnach eine tragende Rolle. Dass er als noch sehr junger Spieler diese Saison in der Verantwortung steht, sieht er allerdings locker: „Vor einem Spiel ist schon eine gewisse Nervosität vorhanden. Doch sobald das Spiel beginnt, ist die Nervosität weg. Ich versuche einfach, mich auf das zu konzentrieren, was ich kann. Natürlich hilft es, dass der Trainer mir das nötige Vertrauen schenkt. Ich bin froh, dass ich die Chance erhalte, und ich werde alles daransetzen, etwas zurückzugeben“, so Adrovic, der eher auf Umwegen zum Basketball gekommen ist.

Seit 2019 ist der Sport mit dem orangefarbenen Ball seine Leidenschaft – doch seine Karriere begann als Fußballer bei der Fola. Sein Cousin, der Basketball spielte, überzeugte ihn, an einem Basketballtraining teilzunehmen. Nach seiner ersten Trainingseinheit beim Basket Esch musste Maid Adrovic nicht lange überlegen: Seine Wahl war schnell getroffen: „Seit dem ersten Training wusste ich, dass ich Basketball spielen wollte“, so der 17-Jährige.

Basketball überzeugte ihn wegen der Schnelligkeit und Dynamik: „Eine Zehn-Punkte-Differenz heißt im Basketball überhaupt nichts, während im Fußball oft zwei Tore Vorsprung die Vorentscheidung bedeuten. Ich mag es einfach, wenn es über 40 Minuten mit viel Intensität zur Sache geht“, sagt Adrovic, der am Samstag 18 Jahre alt wird. Im Fall eines Sieges gegen Contern hätte der junge Spieler dann doppelten Grund zum Feiern.

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