EM-Kolumne „Extrawurst“
Verlängerung auf dem Parkplatz
Da stand ich nun am Montag, zum ersten Mal live im Stadion bei einem EM-Spiel. Die Vorfreude war riesig, die Erwartungen hoch. Die Düsseldorfer Arena beeindruckte, die Fans tobten – die Kulisse war perfekt für ein denkwürdiges Fußballspiel. Belgien gegen Frankreich – zwei mit Stars vollgepackte Mannschaften, die sich gegenüberstehen – das klang auch auf dem Papier nach dem Topspiel des Achtelfinales überhaupt. Doch es kam anders. Die ersten Minuten vergingen und das Spiel entwickelte sich zunehmend zur Schlaftablette. Ein mitgereister Kollege konnte die Augen nicht offen halten und gönnte sich während der ersten Halbzeit sogar ein fünfminütiges Nickerchen. Vielleicht lag es am vielen Bier, das er bis dahin schon getrunken hatte, oder an einer schier endlosen Diskussion mit einem Briten. Viel wahrscheinlicher war der Grund aber der Minimalisten-Fußball, den beide Mannschaften darboten. Maskenmann Mbappé und Co. zeigten jedenfalls kaum nennenswerte Höhepunkte.