Hallen-Landesmeisterschaften
Van der Weken mit dem größten Ausrufezeichen in der Coque
Spektakel am Sonntag in der Coque: Bei den Hallen-Landesmeisterschaften glänzte Patrizia Van der Weken einmal mehr mit Topzeiten über 60 und 200 Meter. Auch andere Athleten und Nachwuchstalente sorgten für Highlights.
Patrizia Van der Weken holte zwei Titel Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Für das größte Ausrufezeichen bei den Hallen-Landesmeisterschaften 2026 sorgte – wenig überraschend – einmal mehr Patrizia Van der Weken. Nur eine Woche nach ihrer Fabelzeit von 7,01 Sekunden in Torun (Polen) gewann die CAPA-Sprinterin am Sonntag in einer international immer noch sehr beeindruckenden Zeit von 7,12 über 60 Meter. Zudem verbesserte die 26-Jährige über 200 Meter – einer Disziplin, die sie deutlich seltener bestreitet – ihren eigenen Landesrekord um acht Hundertstelsekunden auf eine Zeit von 23,09.
Jedoch sei es für die Sportlerin des Jahres eine Woche nach ihrer Weltklasseleistung kein Selbstläufer gewesen, auch bei den nationalen Hallen-Meisterschaften zu performen. „Ich bin absolut zufrieden, da ich diese Woche nicht so in Form war. Nach einem Hoch fällt man gerne in ein Tief, zudem war es nicht einfach mit dem Training. Ich hatte nichts zu verlieren und wollte mich zusammenreißen, und das ist mir gut gelungen“, so Van der Weken, die vor der Hallen-WM in drei Wochen keinen weiteren Wettkampf bestreiten wird, sondern den Fokus nun auf das Training legen wird.
23,09
Patrizia Van der Weken lief über 200 m einen Landesrekord
Eine weitere Athletin, die mit der WM liebäugelt, ist Vera Bertemes-Hoffmann. Jedoch liegt die Celtic-Athletin im bereinigten Quali-Ranking für die 30 Startplätze über 1.500 Meter derzeit auf Rang 35 und muss sich in Geduld üben. „Man weiß jetzt noch nicht, ob es reichen wird, da immer noch einige Athletinnen absagen. Ich muss nun halt abwarten“, so die Mittelstreckenläuferin, die zwar am Sonntag sowohl über 1.500 als auch über 3.000 Meter ihre Titel deutlich verteidigen konnte, jedoch nicht ihre Ausgangsposition im Hinblick auf die Hallen-WM verbessern konnte. „Die 1.500 Meter wollte ich schon schnell laufen, allerdings ist es mir nicht so richtig gelungen. Es ist nicht einfach, über diese Distanz alleine zu laufen und unter die 4:11 zu kommen. Über die 3.000 Meter wollte ich Spaß haben und natürlich auch gewinnen“, resümierte die Olympionikin ihren dennoch gelungenen Nachmittag.
Vera Bertemes-Hoffmann hofft auf einen Startplatz bei der WM Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Den zweiten Platz hinter Bertemes-Hoffmann sicherte sich sowohl über 1.500 Meter als auch über 3.000 Meter die erst 13-jährige Maxine Libens-Thein. Die Fola-Athletin lief die erste Distanz in 4:29,60 Minuten – und stellte damit gleichzeitig neue nationale Bestleistungen in den Altersklassen U16 und U18 auf. Bereits am Vortag hatte das Nachwuchstalent beim „Youth Match“ in der Coque über 1.000 Meter geglänzt und ihre eigene nationale Bestzeit über diese Distanz in den Kategorien U16, U18 und U20 auf 2:52,74 verbessert.
Muller nähert sich dem Landesrekord
Eine neue U23-Bestleistung erzielte am Sonntag zudem David Wallig im Vorlauf über 50 Meter. Gestoppt wurde die Zeit im Rahmen des 60-Meter-Rennens, wobei Wallig mit 5,95 Sekunden die vorherige Bestmarke von David Mbang Springer um elf Hundertstel unterbot. Neben dem Titel über 60 Meter sicherte er sich auch den Sieg über 200 Meter. Doppelte Erfolge feierten zudem Melody Koffi (Weitsprung und Dreisprung) sowie Till Joly (60-Meter-Hürden und Stabhochsprung).
Louis Muller versuchte, den Landesrekord ins Visier zu nehmen Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
In guter Form präsentierte sich außerdem Louis Muller im Dreisprung. Gleich in seinem ersten Versuch gelang ihm am Sonntag mit 14,86 Metern eine persönliche Bestleistung – eine Weite, an die in der Folge keiner seiner Konkurrenten mehr herankommen sollte. Damit sicherte er sich den Landesmeistertitel und kam auch bis auf 42 Zentimeter an den bestehenden Landesrekord von Andre Mikhalkevitch (15,28 m) aus dem Jahr 2008 heran. Eine Marke, die er eigentlich ins Visier nehmen wollte. „Ein wenig enttäuscht bin ich schon, aber für die Vorbereitung war es in Ordnung. Außerdem hatte ich nach dem ersten Sprung etwas an der Ferse gespürt, und das blieb bei den anderen Versuchen im Kopf“, kommentierte Muller, der aufgrund von Adduktorenproblemen in den vergangenen zwei Monaten sein Training anpassen musste.
Der Titel von Muller im Dreisprung war einer von insgesamt acht des CSL, der hauptstädtische Verein stellt damit die meisten Landesmeister vor dem Celtic (6) und dem CAEG (3). Die Escher Fola stellte mit Daniela Godinho Ferreira und Gilles Kayser die beiden Sieger über 400 Meter.
Die Landesmeister
Damen
60 m: Patrizia Van der Weken (CAPA) 7,12 Sekunden
200 m: Patrizia Van der Weken (CAPA) 23,09 Sekunden
400 m: Daniela Godinho Ferreira (Fola) 57,28 Sekunden
800 m: Carole Kill (CAEG) 2:12,16 Minuten
1.500 m: Vera Bertemes-Hoffmann (Celtic) 4:20,80 Minuten
3.000 m: Vera Bertemes-Hoffmann (Celtic) 10:00,84 Minuten
60 m Hürden: Uyana Granger (Celtic) 8,74 Sekunden
Dreisprung: Melody Koffi (CSL) 12,27 Meter
Hochsprung: Julie Craenen (OEH) 1,70 Meter
Stabhochsprung: Mia Wagner (CSL) 2,75 Meter
Weitsprung: Melody Koffi (CSL) 5,49 Meter
Kugelstoßen: Noémie Pleimling (CAD) 11,43 Meter
Herren
60 m: David Wallig (CSL) 6,92 Sekunden
200 m: David Wallig (CSL) 21,93 Sekunden
400 m: Gilles Kayser (Fola) 50,03 Sekunden
800 m: Mathis Espagnet (CAS) 1:49,88 Minuten
1.500 m: Louis Peters (CAEG) 4:06,09 Minuten
3.000 m: Luc Scheller (Celtic) 8:34,93 Minuten
60 m Hürden: Till Joly (Celtic) 8,24 Sekunden
Dreisprung: Louis Muller (CSL) 14,86 Meter
Hochsprung: Charel Gaspar (CAEG) 2,05 Meter
Stabhochsprung: Till Joly (Celtic) 4,30 Meter
Weitsprung: Bob Goebel (CSL) 7,00 Meter
Kugelstoßen: Sven Forster (CSL) 16,06 Meter
Charel Gaspar zeigte sich in guter Form Foto: Editpress/Luis Mangorrinha