Handball
Showdown in der Coque: So blicken Zekan, Labonté, Brittner und Kirsch aufs Final Four
Die Bühne ist bereit für den Saisonhöhepunkt im Luxemburger Handball: Im Final Four der Loterie Nationale Coupe de Luxembourg kämpfen Düdelingen, Standard, Berchem und Esch ab heute um den Titel. Das Tageblatt hat sich vorab mit einem Spieler jeder Mannschaft unterhalten.
Loris Labonté (HBD): „Unsere erste Priorität“
Loris Labonté Foto: Editpress/Fernand Konnen
„Der Pokal ist im Moment unsere erste Priorität“, sagt Loris Labonté vor dem Final Four. „Wir haben leistungstechnisch so viel investiert in dieser Saison und wollen jetzt unbedingt einen Titel nach Düdelingen holen, auch um die Leute, die im Hintergrund des Vereins arbeiten, zu belohnen.“ Nach der Niederlage gegen Berchem am vergangenen Wochenende in der AXA League ist der Meistertitel in sehr weite Ferne gerückt, im Pokal dagegen stehen die Düdelinger im Final Four und dürfen von ihrem ersten Titel seit 2015 träumen. Darauf liegt der Fokus. Der Blick ist nach vorne gerichtet und die Niederlage gegen Berchem abgehakt.
„Es bringt nichts, einem verlorenen Spiel nachzutrauern“, sagt Labonté. „Aber wir nehmen die Niederlage als Weckruf. Uns ist spätestens jetzt allen klar, dass wir im Final Four wirklich alles herausholen müssen. Wir dürfen zu keinem Zeitpunkt lockerlassen und müssen 110 Prozent geben.“ Im Halbfinale trifft der HBD am Donnerstag zunächst auf den HC Standard. Auf dem Papier ist es der leichteste Gegner. „Wir werden sie aber nicht unterschätzen, jeder Gegner kann gefährlich werden“, sagt Labonté.
Alen Zekan (Standard): „Ein Sprint“
Alen Zekan Foto: Editpress/Fernand Konnen
„Die Meisterschaft ist ein Marathon, der Pokal ein Sprint“, sagt Alen Zekan vor dem Halbfinale. „Es sind 60 Minuten, in denen alles passieren kann – und wir sind motiviert, etwas zu reißen.“ Die Botschaft, die der 36-Jährige vor dem Final Four vermittelt, ist klar. Der Standard ist in der Coque der klare Außenseiter, will aber nicht als solcher auftreten. „Wir haben unsere Saisonziele jetzt schon erreicht, die Coque können wir jetzt genießen. Wir gehen ohne Druck rein und können locker aufspielen. Das erhöht vielleicht ein bisschen unsere Chancen.“
Aus Erfahrung weiß Zekan aber auch, dass die Kulisse in der Coque überwältigend sein kann, vor allem, wenn man diese zum ersten Mal erlebt – wie es für viele seiner Teamkollegen der Fall sein wird. Immerhin stehen die Hauptstädter erstmals seit 30 Jahren wieder unter den besten vier Mannschaften im Pokal. „Die Freude ist im ganzen Verein spürbar“, sagt Zekan. „Es wird für viele Spieler ein großer Moment in ihrer Karriere. Auch ich freue mich sehr, wieder in der Coque zu spielen.“ Als einer der erfahrenen Spieler der Mannschaft soll Zekan dabei eine beruhigende Rolle einnehmen. „Wenn man das erste Mal da rausläuft, ist man extrem nervös. Ein bisschen Nervosität ist gut, aber sie darf nicht die Oberhand gewinnen. Sonst kann man nicht befreit aufspielen. Da versuche ich, zusammen mit den anderen erfahrenen Spielern wie Sédin (Zuzo), zu helfen, damit wir das Beste herausholen können.“ Das wird zwar gegen den HBD um Alens Bruder Aldin alles andere als leicht, doch die Hauptstädter stellen sich der Herausforderung mit breiter Brust.
Charel Brittner (Berchem): „Den Pokal verteidigen“
Charel Brittner (17) Foto: Editpress/Luis Mangorrinha
Fünf Tage vor dem Pokal-Halbfinale hat der HC Berchem noch einmal großes Selbstvertrauen getankt. Der 32:29-Sieg gegen Düdelingen am Samstag war ein Fingerzeig an die Konkurrenz. „Wir wollten zeigen, dass wir da sind. Auch wenn wir im Kampf um den Meistertitel nicht mehr mitreden können“, sagt Charel Brittner. „Wir wollten ein Zeichen setzen. Vor allem weil die Wahrscheinlichkeit besteht, dass es im Pokalfinale zum erneuten Duell mit dem HBD kommt.“
Bevor es so weit ist, müssen die Berchemer am Donnerstag aber erst am HB Esch vorbei. „Esch ist immer ein unangenehmer Gegner“, so Brittner. Das letzte Ligaduell ging mit 26:27 verloren. „Das war keine starke Leistung von uns. Wir haben unser Spiel nicht wie gewohnt aufziehen können“, blickt der 23-Jährige zurück. Vor allem die offensive Abwehr des Gegners stellte Berchem vor Probleme. „Ihre Verteidigung steht sehr hoch. Man hat manchmal das Gefühl, dass es ein bisschen eine Freestyle-Verteidigung ist. Aber es funktioniert. Sie machen die Gegner damit verrückt“, so Brittner. „Wir wissen, was auf uns zukommt, und sind darauf vorbereitet.“ Im Final Four wollen die Berchemer nun an die vergangene Saison anknüpfen. Damals sicherten sie sich in der Coque mit zwei souveränen Siegen gegen die Red Boys und den HBD den Titel. „Wir wollen den Pokal verteidigen und unsere Saison positiv abschließen“, so Brittner.
Bob Kirsch (Esch): „Titelchance in einer Achterbahnsaison“
Bob Kirsch Foto: Editpress/Fernand Konnen
Der Pokalsieg 2024 – es ist ein Moment, an den Bob Kirsch bis heute gerne zurückdenkt. „Ich sehe mir oft Videos von früheren Spielen an. Das Finale 2024 gehört dabei zu meinen Favoriten“, erzählt er. „Niemand hatte erwartet, dass wir es überhaupt ins Finale schaffen. Am Ende haben wir den Pokal gewonnen – vor allem dank eines exemplarischen Teamgeists.“ Ein Erfolg, den man in Esch in diesem Jahr nur zu gerne wiederholen würde. „Es ist schön, dass wir in dieser Achterbahnsaison noch die Chance auf einen Titel haben“, so Kirsch. „Die wollen wir versuchen, zu nutzen.“
Die Escher wurden im Laufe der Saison immer wieder vom Verletzungspech ausgebremst. Gute Leistungen wechselten sich zudem mit schlechteren ab. „In der Coque interessieren diese ganzen Spiele aber jetzt niemanden mehr. Der Pokal schreibt seine eigenen Gesetze.“ Im Halbfinale trifft Esch am Donnerstag auf Berchem. Das letzte Aufeinandertreffen konnte der HBE für sich entscheiden, der die Roeserbanner dabei vor allem mit seiner offensiven und variablen Abwehr vor Probleme stellte. „Es würde mich nicht wundern, wenn sich Berchem im Training darauf einstellen würde“, so der 21-Jährige, der mit einem umkämpften Duell auf Augenhöhe rechnet. Die bisherigen Saisonspiele zwischen beiden Mannschaften gingen alle mit maximal drei Toren Unterschied aus, demnach ist auch am Donnerstag ein spannendes Duell zu erwarten.
Das Programm
Final Four der Loterie Nationale Coupe de Luxembourg, Herren:
Halbfinale am Donnerstag:
18.30: HBD - Standard
20.45: Berchem - Esch
Am Samstag:
20.15: Finale