Wimbledon
Rybakina triumphiert für Kasachstan – und Russland jubelt
Der Russen-Bann hielt Wimbledon in Atem. Die Pointe: Jelena Rybakina, geboren und ausgebildet in Moskau, gewinnt das Turnier. Eine junge Sportlerin in den Mühlen der Weltpolitik.
Elena Rybakina startet seit vier Jahren für Kasachstan Foto: AFP/Daniel Leal
Irgendwann brach es aus Jelena Rybakina heraus. Sie hätte schon beim Matchball vor Glück weinen können, oder als ihr die Herzogin von Cambridge die Wimbledon-Schale überreichte. Sie hätte bei ihrer Siegesrede auf dem allerheiligsten Rasen ins Stocken geraten oder schluchzen können. Doch erst Stunden später bei der Frage nach ihren Eltern in der Heimat Moskau verlor Rybakina ihre bemerkenswerte Beherrschung. „Ihr wolltet doch Emotionen sehen“, sagte sie unter Tränen: „Ich habe sie zu lange zurückgehalten.“ Solange, bis ihr der Druck zu stark, die Bühne zu groß und die Fragen zu bohrend wurden. Beim 3:6, 6:2, 6:2 im Finale gegen Ons Jabeur konnte sie sich mit Aufschlag, Vorhand und Volley wehren, nach dem Match war sie schutzlos ausgeliefert.