Rad-WM

Pogacar gedemütigt: Evenepoel rast zum Titel-Hattrick

Remco Evenepoel fährt im Einzelzeitfahren weiter in einer eigenen Liga. Tour-Champion Tadej Pogacar enttäuscht in Kigali – und kassiert die Höchststrafe.

Remco Evenepoel war beim WM-Zeitfahren mit Abstand der Stärkste

Remco Evenepoel war beim WM-Zeitfahren mit Abstand der Stärkste Foto: Anne-Christine Poujoulat/AFP

Remco Evenepoel zählte vor. Einen, zwei, drei Finger reckte der neue und alte Weltmeister in die Höhe, während sich der gedemütigte Tour-Champion Tadej Pogacar hinter ihm ins Ziel kämpfte. Nach einer Machtdemonstration bleibt Evenepoel im Einzelzeitfahren das Maß aller Dinge, in Ruandas Hauptstadt Kigali raste der Olympiasieger zum Titel-Hattrick.

Pogacar kassierte an seinem 26. Geburtstag dagegen die Höchststrafe. Zwei Kilometer vor dem Ziel zog Evenepoel an dem Slowenen vorbei, letztlich reichte es nicht einmal für eine Medaille. Hinter dem unantastbaren Evenepoel (49:46 Minuten) sicherten sich der Australier Jay Vine (+1:14) und Evenepoels Landsmann Ilan Van Wilder (2:36) Silber und Bronze. Pogacar wurde nach anspruchsvollen 40,6 km nur Vierter (+2:37).

„Es ist egal, wer es ist, ich wollte einfach ans Limit. Ich hatte einen richtig guten Tag“, sagte Evenepoel zu seinem Überholmanöver und blickte anschließend schon ins kommende Jahr: „Ich muss noch einen gewinnen, damit ich der EErste mit vier Titeln nacheinander bin.“ Zuvor hatte er bereits in Glasgow und Zürich triumphiert.

Pogacar dagegen muss weiter auf seinen ersten Zeitfahr-Titel warten. „Ich habe alles gegeben. Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte der viermalige Tour-de-France-Sieger. Evenepoel sei „so schnell. Unfassbar. Chapeau“, erkannte Pogacar an, der am kommenden Sonntag im Straßenrennen (267,5 km) als Titelverteidiger um seinen zweiten WM-Titel fährt.

Bei den Frauen sicherte sich die dominante zweimalige Vize-Weltmeisterin Marlen Reusser Gold. Die Schweizerin verwies in 43:09 Minuten das niederländische Duo Anna van der Breggen (+51,89 Sekunden) und Demi Vollering (1:04,73 Minuten) auf die Plätze.

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