Fußball
Niederkorn schlägt Bissen nach starker zweiter Halbzeit
Durch einen Doppelschlag direkt nach der Pause und taktische Disziplin hat sich der Progrès für das Halbfinale qualifiziert und kann seine Saison noch retten. Favorit Bissen wurde seiner Rolle diesmal nicht gerecht.
Omar Natami brachte Niederkorn mit einem Sonntagsschuss in Führung Foto: Editpress/Gerry Schmit
Die Ausgangslage war für beide Mannschaften sehr unterschiedlich. Bissen reitet derzeit auf der Erfolgswelle und ist in der Meisterschaft seit fünf Spielen ungeschlagen. Niederkorn hat noch immer nicht den Klassenerhalt geschafft und hatte sich vorgenommen, eine verkorkste Saison mit dem Pokal zu retten. Beim Überraschungsaufsteiger gab es einen Wechsel im Vergleich zum vergangenen Wochenende. Terki wurde durch Rastoder ersetzt. Der Montenegriner ist der Mann fürs Grobe und kassierte in der BGL Ligue bereits neun Gelbe Karten. Bei Niederkorn standen Sacras und Guett wieder in der Startelf, dafür fehlte Vion verletzt.
In den ersten 20 Minuten passierte rein gar nichts, außer, dass sich Progrès-Torwart Flauss bei einem Abwehrversuch verletzte und behandelt werden musste. Aus dem Nichts hätte Bissen in der 23. Minute in Führung gehen können, ja müssen. Eddaraj schnappte sich den Ball und marschierte über den halben Platz. Im richtigen Moment schickte er Guimarães in die Gasse, der jedoch den Ball nicht im Tor unterbringen konnte. Nach dieser Aktion musste Flauss ausgewechselt werden und wurde im Niederkorner Tor durch Margato ersetzt. Der Ersatzmann hatte nicht lange Zeit, um warm zu werden. Bei einer abgefälschten Flanke und einem Schuss von Abi Ramzi aus kurzer Distanz war der 20-Jährige sofort gefordert (35.).
Niederkorn hatte in der ersten Halbzeit offensiv, außer zwei abgeblockten Schüssen und einem ungefährlichen Kopfball von Sacras (45.+5), nicht viel zu bieten. Der Progrès war vor allem damit beschäftigt, die gefährliche Bissener Offensive um Toptorjäger Ferber in Schach zu halten und wagte sich nur sehr vorsichtig nach vorne. Viel Rhythmus kam in den ersten 45 Minuten aber eh nicht auf, da die Partie fast ein halbes Dutzend Mal wegen kleiner Verletzungspausen unterbrochen wurde. Auch das Bissener Raubein schlug wieder zu. In der 35. Minute sah Rastoder Gelb und musste wohl auch deshalb in der Pause runter. Ersetzt wurde er im zentralen Mittelfeld durch Terki.
Aus dem Nichts
Die zweite Hälfte hatte sofort hohen Unterhaltungswert. Zunächst kratzte A. Ahmetxhekaj einen Versuch von Guimarães im letzten Moment von der Linie. Fast im direkten Gegenzug kam Baradji nach einem Fehlpass an den Ball. Dem Niederkorner Stürmer versagten im Strafraum jedoch die Nerven und er donnerte das Leder an den Pfosten (48.).
Besser machte es sein Teamkollege Natami. Dieser fasste sich aus 25 Metern ein Herz und versenkte den Ball im linken Torwarteck. Bissen hatte sich noch nicht vom Rückstand erholt, als Baradji nicht angegriffen wurde und mit einem satten Schuss das 2:0 erzielte. So schnell kann es im Fußball gehen.
Bissen stand nun mit dem Rücken zur Wand. Trainer Pereira reagierte sofort und brachte mit Rodrigues einen zusätzlichen Stürmer (56.). Die offensivere Ausrichtung zeigte sofort Wirkung. Zunächst packte Margato eine Glanzparade gegen Ferber aus (64.). Der Niederkorner Torwart war jedoch chancenlos, als Guett einen Schuss von Guimarães unhaltbar abfälschte (1:2, 67.).
Der Progrès stand nun mächtig unter Druck. In der 80. flog ein Schuss von Rodrigues nur Zentimeter über das Tor. Kurz davor hatte Margato einen Versuch von Zeghdane pariert.
Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte Avdusinovic das 3:1 auf dem Fuß, doch sein Schuss war zu schwach. In der Schlussphase hielt Niederkorn dagegen und blieb taktisch gut organisiert, sodass Bissen nicht mehr zum Ausgleich kam.
Statistik
Bissen: Gourari - Almada, Marasi (56. Rodrigues), Mannone, Louriz, Zeghdane - Eddaraj, Rastoder (46. Terki), Guimarães - Abi Ramzi (81. David), Ferber
Niederkorn: Flauss (26. Margato) - Gilgemann, Guett Guett, Peugnet, Sacras (80. Duarte) - A. Ahmetxhekaj, Natami (69. Hoxha) - Corral (80. Avdusinovic), Hend, Bouché - Baradji
Schiedsrichter: Ries - Glesener, Gomes
Gelbe Karten: Rastoder, Louriz, Rodrigues - Sacras, Gilgemann, Bouché, Duarte
Torfolge: 0:1 Natami (51), 0:2 Baradji (53.), 1:2 Guimarães (67.)
Beste Spieler: Guimarães, Eddaraj - Peugnet, Baradji, Margato
Zuschauer: 374 zahlende
Stimmen
Mehdi Terki (Bissen): „Wir haben zu viele Gelegenheiten ausgelassen. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. Vor allem im Pokal, wo in einem Spiel viele kleine Details entscheiden, müssen wir einfach effizienter sein.“
Vivien Reydel (Progrès-Trainer): „Der Sieg tut uns mit Sicherheit sehr gut, denn die Saison war nicht einfach. In den vergangenen Tagen haben wir viel geredet und heute habe ich eine Mannschaft gesehen, die tapfer war und hohe Anforderungen an sich selbst gestellt hat.“