FLBB-Damen
Nach mehr als zwei Jahren meldet sich Esmeralda Skrijelj mit Zuckerpässen zurück
Nach drei Zeitfenstern ist Esmeralda Skrijelj zurück im Kader der FLBB-Damen und hat am Mittwoch gezeigt, dass sie noch immer ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft ist.
Esmeralda Skrijelj hilft den FLBB-Damen auch durch ihren Körpereinsatz Foto: Editpress/Gerry Schmit
Als die FLBB-Damen am Mittwochabend mit dem Sieg gegen Irland den frühzeitigen Einzug in die zweite Runde feierten, schien eine Spielerin den Moment ganz besonders zu genießen: Esmeralda Skrijelj.
Nach mehr als zwei Jahren feierte die 30-Jährige ihre Rückkehr in einem offiziellen Qualifikationsspiel und genoss jede Sekunde, die sie auf dem Feld stehen durfte, sichtlich: „Für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen, sind einzigartige Momente, für die man lange kämpft. Wenn man dann auch noch vor seinen eigenen Zuschauern spielen darf, bekommt man Gänsehaut“, schwärmt die Conternerin und fügt lachend hinzu: „Schon allein wenn ich davon erzähle, bekomme ich Gänsehaut. Basketball ist nicht nur etwas, das ich gerne mache – ich lebe es. Und wenn man nach 22 Jahren Karriere noch immer Gänsehaut bekommt, sagt man sich, dass es noch längst nicht vorbei ist.“
Drei Zeitfenster verpasst
Esmeralda Skrijelj und das Nationalteam – das ist eine ganz besondere Geschichte. Erst im Sommer 2021 feierte die Spielerin bei der Kleinstaaten-EM auf Zypern ihr Debüt im FLBB-Trikot. Dass sie erst mit Mitte 20 erstmals für Luxemburg auflief, lag daran, dass sie sich in ihrer Jugend für Bosnien-Herzegowina, das Herkunftsland ihrer Eltern, entschieden hatte. Mit dem bosnischen Team bestritt sie unter anderem die U18-Europameisterschaft.
Doch Skrijelj, die im Großherzogtum geboren und aufgewachsen ist, entschied sich auch aus familiären Gründen gegen eine Profikarriere, blieb in der heimischen Liga und wechselte schließlich auch zum luxemburgischen Verband. Bei ihrer Premiere auf Zypern holten die luxemburgischen Basketballerinnen gleich den Titel.
Es war der Beginn einer neuen Ära, in der das Team den Schritt von der Kleinländer-Division zurück in die EM-Qualifikation wagte und dort im November 2022 sofort einen Sieg in der Schweiz feiern konnte. Zu diesem Zeitpunkt war die heute 30-Jährige längst zu einer unverzichtbaren Leistungsträgerin der Mannschaft avanciert. Zu Beginn der historischen Qualifikationskampagne für die EM 2025 – in der Luxemburg im Februar 2025 die Endrunde denkbar knapp verpasste – war sie bei den beiden Auftakterfolgen in der Schweiz und zu Hause gegen Bosnien-Herzegowina spielentscheidend.
Umso bitterer war es für sie, dass sie anschließend nur noch zuschauen durfte. Denn Skrijelj gilt für den internationalen Verband FIBA als sogenannte „Sternespielerin“ – also als Spielerin, die eingebürgert wurde. Damit nicht alle Länder beispielsweise mit mehreren gebürtigen US-Amerikanerinnen antreten, ist die Zahl solcher Spielerinnen bei offiziellen Qualifikationsspielen auf eine begrenzt.
Da mit der gebürtigen US-Amerikanerin Amanda Cahill plötzlich eine zweite Sternespielerin im luxemburgischen Kader stand, war der Platz der 30-Jährigen in den letzten beiden Jahren nicht mehr garantiert. Während der restlichen Spiele der Qualifikation für die EM 2025 durfte sie daher nicht mehr auf dem Parkett eingreifen. „Es war für mich schwierig, vor allem weil diese Entscheidung nicht aufgrund meiner Leistung getroffen wurde, sondern wegen dieses Sterns. Ich wäre sicher nominiert worden, wenn ich ihn nicht hätte“, erklärt sie.
Sterne-Problem
Für die Nationalmannschaft spielen zu dürfen, sind einzigartige Momente, für die man lange kämpft
Esmeralda Skrijelj
Besonders hart war es dann auch, bei den Niederlagen gegen die Schweiz und zum Schluss in Montenegro zuschauen zu müssen, deretwegen die FLBB-Damen die EM-Endrunde nur aufgrund der Punktedifferenz verpasst hatten. „Da fragt man sich natürlich schon, ob ich dem Team irgendwie hätte helfen können.“ Weh tat der 30-Jährigen vor allem, dass sie während Jahren zum Kern der Mannschaft gehörte, ein wichtiger Teil des Prozesses war, der Luxemburg allmählich dorthin brachte, wo es jetzt steht, um dann im entscheidenden Moment nicht dabei sein zu können. „Es hat schon eine Weile gedauert, das zu verkraften.“
Dennoch stand sie im Mai letzten Jahres mit ihren Teamkollegen bei den Spielen der Kleinen Staaten in Andorra auf dem Parkett, fehlte jedoch zum Auftakt der laufenden Qualifikation aufgrund von Knieproblemen – das dritte Zeitfenster, das sie demnach verpasste. Inzwischen hat Cahill ihre Karriere beendet, um den Sterneplatz muss Skrijelj allerdings jetzt mit Jovana Jaksic konkurrieren.
Wie wichtig sie mit ihrem Basketball-IQ nach wie vor für das Team ist, bewies Esmeralda Skrijelj am Mittwochabend gegen Irland. Gleich bei einer ihrer ersten Aktionen überzeugte sie mit einem Zuckerpass auf Isi Etute. Die Assists sind in dieser Saison ohnehin eine große Stärke der 30-Jährigen, die in der Liga schon auf „Double-Doubles“ aus Rebounds und Assists kam.
In den wichtigen Phasen schaffte sie es zudem, eine gewisse Ruhe ins Spiel zu bringen. „Ich bin in den Momenten hereingekommen, in denen sie wieder näher herangekommen sind, und genau das war auch meine Aufgabe“, meint Skrijelj. „Meinen Teamkolleginnen neue Energie geben oder gerade durch meinen Körpereinsatz den einen oder anderen Steal zu holen.“
Sich für ihre Teamkolleginnen zu opfern und sie in den Mittelpunkt zu stellen – damit hat die 30-Jährige kein Problem. „Gerade in einer Saison, in der ich viele Assists mache, genieße ich es noch mehr, solche Vorlagen zu geben.“
Aneinander geglaubt
Auch wenn sie im Hinspiel nicht dabei war, weiß die erfahrene Spielerin ganz genau, was nun am Samstag gegen Tabellenführer Israel zu erwarten ist, denn das Spiel hat sie sich von zu Hause aus angeschaut. „Das Hinspiel war sehr knapp. Wir hatten 26 Turnover. Daraus hat der Gegner viele Punkte gemacht. Der Spielstand war so eng – wenn diese Punkte nicht gefallen wären, hätten wir das Spiel gewonnen.“
Danach geht es für das Team weiter nach Bosnien, was für Skrijelj ein ganz besonderes Spiel ist, vor allem, da sie in der letzten Qualifikation die Reise dorthin nicht mitantreten konnte.
Dass sie sich einmal mit Luxemburg für eine zweite Runde qualifizieren würde, daran war bei ihrem Debüt vor fünf Jahren kaum zu denken. „Es gab viele Situationen, in denen wir hart gekämpft haben, manchmal sogar mit einem kleinen Kader. Aber gerade da hat sich gezeigt, wie sehr wir aneinander geglaubt haben.“ Und gerade das ist inzwischen die ganz große Stärke der FLBB-Damen.
Im Überblick
Der Kader: Joy Baum (BAL Weert/NL), Isi Etute (IMG Academy/USA), Sofie Fuglsang (Herner TC/D), Laurie Irthum (BasCats Heidelberg/D), Liz Irthum (Duchess Klosterneuburg/AUT), Dionne Madjo (Carolo Basket/F), Julie Mangen, KJ Missavage (beide Amicale Steinsel), Magaly Meynadier (Saarlouis Royals/D), Julie Nilles (Musel Pikes), Svenia Nürenberg, Dana Wies (beide T71 Düdelingen), Anne Simon (Magnolia Campobasso/I), Esmeralda Skrijelj (AB Contern); Trainer: Patrick Unger, Assistant-Coach: Liz Schmitz
Das Programm:
EM-Qualifikation, erste Runde:
Gruppe A, am Samstag:
18.00: Luxemburg - Israel (ohne Zuschauer)
20.00: Bosnien-Herzegowina - Irland
Dienstag, 17. März:
17.30: Irland - Israel
20.00: Bosnien-Herzegowina - Luxemburg (in Zenica)
Bereits gespielt:
Irland - Luxemburg 53:69
Bosnien-Herzegowina - Israel 91:98
Israel - Luxemburg 77:65
Irland - Bosnien-Herzegowina 94:67
Luxemburg - Bosnien-Herzegowina 75:39
Israel - Irland 93:86 n.V.
Israel - Bosnien-Herzegowina 94:71
Luxemburg - Irland 85:73
Tabelle: 1. Israel 4 Spiele/8 Punkte, 2. Luxemburg 4/7, 3. Irland 4/5, 4. Bosnien-Herzegowina 4/4