Handball
Nach dem Lehrgeld kommt der Lohn: Rümelingen in der Relegation ungeschlagen
In der ersten Saisonhälfte zahlte Rümelingen in der AXA League Lehrgeld, nun erntet das Team von Trainer Yves Braconnier in der Relegationsgruppe den Lohn und kann nach einer perfekten Hinrunde anfangen, für die nächste Saison im Handball-Oberhaus zu planen.
Unter Trainer Yves Braconnier bleibt Rümelingen in der Relegation ungeschlagen Foto: Editpress/Jeff Lahr
Während am Samstag im nationalen Handball die Aufmerksamkeit vor allem dem Titelduell zwischen dem HBD und den Red Boys galt, fand gleichzeitig in der Relegationsgruppe ein Spitzenspiel statt. Die bis dahin ungeschlagenen Mannschaften aus Rümelingen und Diekirch kämpften im direkten Duell um die alleinige Tabellenführung – und damit um einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt.
Mit 33:29 entschied Rümelingen das Spiel am Ende für sich und hat nun beste Aussichten, in der kommenden Saison wieder im Oberhaus zu spielen. „Unser Ziel ist es, jetzt für den Rest der Saison weiter ungeschlagen zu bleiben“, sagt Trainer Yves Braconnier. „Es müsste schon viel passieren, damit wir nächste Saison nicht in der AXA League spielen. Dennoch dürfen wir nicht überheblich werden, sondern müssen weiter konzentriert aufspielen. Dann sollte nichts mehr anbrennen.“
Dabei war Rümelingen vor einigen Monaten noch mit anderen Ambitionen in die Saison gestartet. Das erklärte Ziel lautete, den Sprung in die Titelgruppe zu schaffen. Nach nur einem Sieg aus 14 Spielen in der Qualifikationsphase und dem letzten Tabellenplatz folgte jedoch der Gang in die Relegationsgruppe.
„Qualitativ haben wir nicht die Spieler wie alle anderen Mannschaften. Wir hatten gehofft, das als Team zu lösen“, so Braconnier. „Das ist uns phasenweise gelungen, aber unser Kader war letztlich zu klein, um das konstant durchzuziehen. Es ist auch schwer, oben zu spielen, wo man zwar gegen die Top-Mannschaften 30 Minuten mithalten kann, dann aber abgeschossen wird. Um das Selbstvertrauen wieder aufzubauen, war es deswegen gut, jetzt in die Relegation zu müssen.“
Dort wurde der Klassenerhalt sofort als klares Ziel ausgegeben. Als Hauptgegner um eines der beiden Tickets für die AXA League der kommenden Saison hatten die Rümelinger Diekirch, das ebenfalls aus dem Oberhaus in die Relegation musste, sowie Petingen, den Tabellenersten der Promotion, ausgemacht.
Niederlagen tragen jetzt Früchte
„Petingen war ein wenig eine Unbekannte, wir haben sie sehr stark erwartet“, so Braconnier. Immerhin war der HBP davor unbesiegt durch die zweite Liga marschiert – und das auf beeindruckende Weise. Lediglich ihr erstes Saisonspiel gewannen die Petinger nur knapp mit einem Tor Unterschied gegen Leudelingen. Alle anderen Partien entschieden sie deutlich mit mindestens sieben und maximal 22 Toren für sich.
In der Relegationsgruppe findet sich Petingen jedoch aktuell nur mit zwei Punkten aus vier Spielen auf Rang fünf wieder. Der erste Verfolger von Rümelingen (10 Punkte) und Diekirch (8) ist derzeit Leudelingen mit halb so vielen Punkten wie der Zweitplatzierte. In der Tabelle ergibt sich ein Bild der Zweiklassengesellschaft.
„Es ist eigentlich unfair, die Situation so zu sehen, denn alle Mannschaften leisten gute Arbeit und haben gute Spieler“, so Braconnier. „Ich denke, unser Vorteil und der von Diekirch liegt darin, dass wir in der ersten Saisonphase oben in der AXA League auf einem höheren Niveau gegen bessere Mannschaften gespielt haben. Wir sind dadurch an einen höheren Rhythmus gewöhnt. Auch wenn wir oben viel verloren haben und Lehrgeld zahlen mussten, trägt die Erfahrung auf dem Level jetzt ihre Früchte – und wir wollen das jetzt auch bis zum Schluss durchziehen.“
Am Klassenerhalt zweifelt mittlerweile niemand mehr. Die verbleibenden Spiele sollen nun auch genutzt werden, um die nächste Saison vorzubereiten. Denn dann wollen die Rümelinger einen neuen Anlauf für ihr großes Ziel, das Erreichen der Titelgruppe, nehmen.