Tischtennis
Mladenovic holt den Titel: „Ich bin extrem erleichtert“
Bei den Herren nahm Eric Glod seinen mittlerweile fünften Titelgewinn im Einzel in Angriff. Im Centre Atert in Bartringen hatten die vier topgesetzten Spieler den Sprung ins Achtelfinale geschafft. Im Finale kam es aber zum Duell zwischen Luka Mladenovic und Maël Van Dessel. Nach einer hochklassigen Begegnung hatte Mladenovic das bessere Ende mit 4:2 für sich und konnte, nach 2020, zum zweiten Mal triumphieren.
Luka Mladenovic gewann den Landesmeistertitel in einem spannenden Finale gegen Maël Van Dessel Foto: Editpress/Fernand Konnen
Am Samstag hatten die Favoriten kaum Probleme, sich für die Runde der letzten acht zu qualifizieren. Im Viertelfinale schaltete Top-Favorit Luka Mladenovic Routinier Arlindo De Sousa mühelos mit 4:0 aus. Im Finale bekam er es nicht wie im Vorjahr mit Eric Glod zu tun, sondern mit Maël Van Dessel. In einem spannenden Halbfinale hatte der junge Nationalspieler Glod in sechs Sätzen bezwingen können. „Maël war besser“, so der fünffache Meister. „Er spielt genau das Spiel, das mir nicht liegt. Er knallt die Bälle mit einem extrem hohen Risiko. Hinzu kommt, dass er in den wichtigen Momenten einige Netz- und Kantenbälle hatte. Das ist halt so, wenn du so auf die Bälle draufgehst wie er. Manchmal kam ich mir vor wie ein Torhüter. Gleich nach der Niederlage war die Enttäuschung groß. Diese hat sich jedoch schnell gelegt. Mal schauen, ob ich nächstes Jahr noch einmal angreifen werde“, so Glod nach seinem Ausscheiden.
Im Halbfinale stand der 27-jährige Mladenovic dem zehn Jahre jüngeren Aaron Sahr gegenüber. Zunächst sah es nach einem lockeren Durchmarsch ins Finale aus. Beim Zwischenstand von 2:0 zugunsten des Bundesliga-Profis gelang es dem „Youngster“, den dritten Durchgang zu seinen Gunsten zu entscheiden. Im vierten Satz verpasste Sahr gleich mehrere Chancen zum 2:2-Ausgleich. Beim Stand von 3:1 hatte Mladenovic dann leichtes Spiel, um sich erneut für das Endspiel zu qualifizieren.
„Leistungsniveau ist hoch“
Vor den Augen von Sportministerin Martine Hansen lieferten sich Maël Van Dessel und Luka Mladenovic ein Duell auf Augenhöhe. Die Ballkünstler boten den Zuschauern spektakuläre Ballwechsel in Serie. Den besseren Start erwischte Van Dessel, der den ersten Satz mit 11:3 für sich entscheiden konnte. Mladenovic kam stark zurück und holte sich die drei folgenden Sätze mit 11:4, 14:12 und 12:10. Nachdem Van Dessel mit dem 11:8-Satzgewinn auf 2:3 verkürzen konnte, machte der 27-jährige Grenzau-Profi den Sack im sechsten Satz mit 11:7 zu.
„Ich bin extrem erleichtert, dass ich den zweiten Titel endlich holen konnte. Diesmal ging es im Finale nicht gegen Eric (Glod), der mich bereits mehrmals im Finale bezwungen hat. Beim Satzstand von 3:1 habe ich gespürt, dass es klappen könnte. Ich konnte meine Leistung über beide Tage konstant steigern“, so der neue Titelträger, der in entscheidenden Momenten mentale Stärke gezeigt hat. „Ich arbeite daran, in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen zu treffen und mit Überzeugung hinter diesen zu stehen, egal ob ich gewinne oder verliere. Das ist mir an diesem Wochenende gelungen. Es ist nie einfach, auf Gegner zu treffen, mit denen man trainiert. Allgemein ist das Leistungsniveau sehr hoch. Auch in den nächsten Jahren werde ich nichts geschenkt bekommen“, so Mladenovic.
Van Dessel enttäuscht
Der neue Landesmeister freut sich schon auf die Mannschafts-Weltmeisterschaft in London, ab dem 28. April: „Das ist die Kirsche auf dem Kuchen. Ich kann die WM kaum abwarten und bin extrem motiviert, um mit den jungen Spielern dort anzutreten. Beim ersten Training nach der Nachricht habe ich den Jungs gesagt: Hey, für solche Momente leben wir. Wer weiß, ob wir diese Chance noch einmal bekommen werden“, so der überglückliche Landesmeister.
Die Enttäuschung war bei Maël Van Dessel groß Foto: Editpress/Fernand Konnen
Bei der WM wird natürlich auch sein Finalgegner dabei sein, der nach der Final-Niederlage natürlich enttäuscht war: „Anstatt 1:3 hinten zu liegen, hätte ich ebenso gut mit 3:1 führen können. Er war mental stark und legte auch in schwierigen Momenten viel Selbstvertrauen an den Tag“, so Van Dessel, den man, ohne wahrsagerische Fähigkeiten haben zu müssen, in den kommenden Jahren noch öfters im Finale sehen wird.
Im Überblicck
Tischtennis-Landesmeisterschaft 2026, Herren:
Die Ergebnisse:
Viertelfinale:
Luka Mladenovic (Berburg) - Gene Wantz (Reckingen) 4:1
Tom Scholtes (Berburg) - Aaron Sahr (Howald) 1:4
Eric Glod (Wintger) - Arlindo De Sousa (Linger) 4:0
Loris Stephany (Berburg) - Maël Van Dessel (Hostert/Folschette) 0:4
Halbfinale:
Luka Mladenovic - Aaron Sahr 4:2
Eric Glod - Maël Van Dessel 2:4
Finale
Luka Mladenovic – Maël Van Dessel 4:2