Badminton-EM

Mit Blick auf Olympia: Pauquet startet in Huelva für Luxemburg

Jérôme Pauquet ist der einzige Sportler, der die luxemburgischen Farben in dieser Woche bei der Badminton-EM im spanischen Huelva vertreten wird. Der 22-Jährige ist aktuell noch in der Entwicklungsphase. Ab Mai 2027, wenn der Qualifikationszeitraum für Olympia aber beginnt, sollen Ergebnisse folgen.

Jérôme Pauquet beim Start der Badminton-EM 2024 in Huelva, Spanien, mit Schläger in Aktion

Jérôme Pauquet startet in dieser Woche bei der Badminton-EM im spanischen Huelva Foto: Editpress/Julien Garroy

Wie in vielen Sportarten stellt auch im Badminton die Teilnahme an Olympischen Spielen das Nonplusultra dar. Dieses Ziel verfolgt auch Jérôme Pauquet. „Mein höchstes sportliches Ziel meiner Karriere ist die Olympia-Quali“, sagt der 22-Jährige. „Ich werde es für 2028 versuchen und für 2032 höchstwahrscheinlich auch.“

Seit geraumer Zeit ist alles auf seine Entwicklung ausgerichtet, um im entscheidenden Zeitraum der Olympia-Qualifikation in Bestform zu sein. Im Mai 2027 beginnt der Qualifikationszeitraum für die Olympischen Sommerspiele 2028 – dann soll der Fokus nicht mehr ausschließlich auf der Entwicklung, sondern auf den benötigten Ergebnissen liegen. Um das Olympia-Ticket zu lösen, muss Pauquet schätzungsweise um Platz 70 in der „Race to Olympics“-Rangliste liegen. Maximal zwei Spieler pro Land sind zugelassen – allerdings nur, wenn beide in den Top 16 im Einzel stehen. Andernfalls darf ein Land lediglich einen Starter oder ein Paar entsenden. Aktuell liegt Pauquet im Einzel auf Weltranglistenposition 179.

2023 im EM-Achtelfinale

Bis zur Qualifikation bleibt jedoch noch Zeit. Einen weiteren wichtigen Schritt in seiner Entwicklung möchte Pauquet in dieser Woche bei der Europameisterschaft im spanischen Huelva machen. Es ist seine dritte Teilnahme bei einer Senioren-EM. Besonders im vergangenen Jahr wusste er dabei zu überzeugen: Im dänischen Horsens besiegte er in der ersten Runde den Malteser Matthew Abela mit 21:4, 21:15, ehe er in Runde zwei kampflos weiterkam, weil sein Gegner Joran Kweekel aus den Niederlanden verletzungsbedingt nicht antreten konnte.

Damit rückte Pauquet in die Top 16 Europas vor, unterlag jedoch im Achtelfinale dem Iren Nhat Nguyen mit 12:21, 11:21. Der Ire ist aktuell die Nummer 29 der Welt. „Ich hatte damals eine glückliche Auslosung“, sagt Pauquet rückblickend. „Im Achtelfinale habe ich dann aber gegen den Iren gespielt, der wirklich sehr gut war.“

Fokus auf die Entwicklung

In diesem Jahr hat er in der ersten Runde ein Freilos, in Runde zwei am Mittwoch wartet der Däne Magnus Johannesen, die Nummer 39 der Welt und bei der EM an Position acht gesetzt. „Er ist in der Partie der Favorit und ich denke, dass er sich vielleicht den Titel oder eine Medaille bei der EM erhofft. Ich gehe dennoch in diese Partie, um sie zu gewinnen. Ich will mit den Sportlern auf diesem Niveau mithalten. Ich spiele nicht jeden Tag gegen die Top 40 der Welt.“

Viel Wettkampfpraxis konnte der in Capellen lebende Badmintonspieler im Jahr 2026 bislang nicht sammeln. Im März trat er bei einem Turnier in Portugal an, verlor dort jedoch sein Auftaktspiel gegen den Inder Shashwat Dalal mit 9:21, 15:21. Stattdessen lag der Fokus auf intensiven Trainingsphasen: Pauquet absolvierte Trainingslager in einer Pariser Akademie sowie zweimal in einem Stützpunkt in Dänemark. Mit der EM beginnt nun eine wichtige Phase der Saison, auf die unter anderem Turniere auf Malta sowie die Luxembourg Open ab dem 30. April in der Coque folgen.

Neuer Trainer mit Olympia-Erfahrung

Seit diesem Jahr arbeitet Pauquet zudem mit einem neuen Trainer zusammen: Stewart Carson betreut den Luxemburger. Der Südafrikaner nahm 2004 im Doppel an den Olympischen Spielen 2004 teil und weiß daher genau, was es braucht, um sich für Olympia zu qualifizieren. „Wir haben mit ihm das Volumen erhöht“, sagt Pauquet. „Wir machen mehr Minuten auf dem Platz und die Basics sind bei ihm noch wichtiger. Die Grundlagen müssen laut ihm 100 Prozent stimmen. Auch physisch arbeiten wir mehr. Das merke ich: Ich bin den meisten Gegnern physisch überlegen oder mindestens auf dem gleichen Level.“

Bis Mai 2027, wenn der Qualifikationszeitraum für Olympia beginnt, bleibt Pauquet noch Zeit, gezielt an seiner Entwicklung zu arbeiten. „Es ist noch ein weiter Sprung für mich“, weiß er. „Das werde ich alles nicht einfach so erreichen. Ich muss aber auch jetzt schon anfangen, Punkte zu sammeln, damit ich dann eine bessere Auslosung bei den Qualifikationsturnieren erhalte.“

Der Fokus des Sportsoldaten, der im September 2023 seine Grundausbildung abgeschlossen hat, liegt voll auf dem Sport. Parallel dazu studiert er online Wirtschaftswissenschaften. Auf dem Weg nach Los Angeles 2028 oder Brisbane 2032 soll dies jedoch kein Hindernis darstellen.

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