FLBB-Damen

Misslungener Abschluss: Luxemburg verliert gegen Bosnien-Herzegowina

Es war nicht das erhoffte positive Gefühl, mit dem die FLBB-Damen diese erste EM-Qualifikationsrunde zu Ende brachten. Am Dienstag mussten sich Magaly Meynadier und Co. beim Tabellenletzten in der Verlängerung geschlagen geben. Dennoch sind sie für die nächste Runde qualifiziert.

FLBB-Damen im intensiven Handballspiel mit kämpferischer Atmosphäre am Dienstag

Es war ein kampfbetontes Spiel, das die FLBB-Damen am Dienstag erlebten Foto: FIBA

Das Hinspiel gegen Bosnien-Herzegowina hatten die FLBB-Damen in der heimischen Coque deutlich mit 75:39 für sich entschieden. Trotz der bitteren Niederlage am Samstag gegen Israel schienen die Luxemburgerinnen am Dienstagabend genau dort weiterzumachen, wo sie damals im November aufgehört hatten.

Mit einem Dreier eröffnete Magaly Meynadier nach wenigen Sekunden den Punktereigen und legte schnell einen weiteren Distanzwurf nach. Dionne Madjo stand unter den Brettern sicher, und auch Isi Etute sowie Anne Simon, die vor drei Tagen gegen den Tabellenführer noch einen schweren Stand gehabt hatten, waren gut im Spiel und trafen.

Immer wieder zwangen die Gäste ihren Gegner zu Ballverlusten, und bereits nach fünf Minuten hatte dieser deren acht auf seinem Konto. Trotz vergebener Freiwürfe lagen die FLBB-Damen schnell mit 14:2 in Führung. Es wirkte fast wie ein Déjà-vu des Hinspiels. Mit starken Pässen setzten Anne Simon und Esmeralda Skrijelj die jüngere Etute-Schwester weiterhin unter den Brettern in Szene. Nach sieben Minuten lag der Luxemburger Vorsprung bereits bei 14 Punkten (8:22).

Doch allmählich fand Kamiah Smalls, die bereits in den letzten Spielen gegen Israel und Irland mit starken Statistiken beeindruckt hatte, besser in die Partie. Scheinbar mühelos fanden ihre Distanzwürfe ihr Ziel, und so läutete die US-Amerikanerin die Aufholjagd ihres Teams ein. Auch in der Defensive bekamen die Bosnierinnen vor allem Isi Etute nun besser in den Griff, die kaum noch zu einfachen Würfen kam.

Zu allem Überfluss musste auch noch Dionne Madjo ausgewechselt werden, die sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Arm hielt. Ohne die 18-Jährige, die sich in dieser Kampagne defensiv zur absoluten Leistungsträgerin entwickelt hat, wurde es für die Gastgeberinnen unter den Brettern deutlich einfacher. Erstmals in dieser Qualifikation hatte Luxemburg in dieser Phase auch im Rebound das Nachsehen.

Vor allem Kamiah Smalls bekamen Anne Simon und Co. nun überhaupt nicht mehr unter Kontrolle. Punkt um Punkt verkürzte sie den Rückstand. Zwar verschaffte Fuglsang den FLBB-Damen mit einem Dreier noch einmal etwas Luft (22:27, 14‘), doch drei Minuten vor der Halbzeitpause glich Bosnien-Herzegowina nicht nur aus, sondern ging erstmals in dieser Partie in Führung (30:29).

Schnell baute Smalls den Vorsprung auf fünf Punkte aus (34:29), doch ein Distanzwurf von Esmeralda Skrijelj rüttelte ihr Team noch einmal wach (34:34). Zur Pause lagen die Gastgeberinnen, die von Smalls und ihren 21 Punkten getragen wurden, mit einem Zähler in Führung (37:36).

Smalls nicht zu stoppen

Auch nach dem Seitenwechsel taten sich die Luxemburgerinnen, die bereits zwei intensive Partien in den Beinen hatten, mit der physischen Gangart ihrer Gegnerinnen schwer. Zwar konnte Madjo auf das Spielfeld zurückkehren. Doch immer wieder suchten die Bosnierinnen die Fehler und bekamen diese auch gepfiffen, trafen aus Sicht der FLBB-Damen glücklicherweise aber längst nicht alle (insgesamt 17/31).

Es war nun Fuglsang, die ihre Mannschaft mit zwei enorm wichtigen Dreiern in der Partie hielt (52:52, 28‘). Und als Esmeralda Skrijelj einen Konter mit einem Drei-Punkte-Spiel erfolgreich abschloss, ging Luxemburg erstmals in diesem Durchgang wieder in Führung (52:55, 29‘).

Ein Selbstläufer war diese Partie zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr, auch wenn Kamiah Smalls in diesem Abschnitt nicht mehr ganz so treffsicher war wie zuvor. Dennoch nutzte Bosnien-Herzegowina einmal mehr einige Unachtsamkeiten der Luxemburgerinnen, um mit einem Vorsprung von zwei Punkten in das letzte Viertel zu gehen (57:55).

Während sich die FLBB-Damen unter dem Korb weiterhin nur schwer durchsetzen konnten, nutzte Herceg ihren Freiraum und schraubte den Punktestand mit einem Dreier schnell nach oben (60:55). Esmeralda Skrijelj antwortete ebenfalls von der Dreier-Linie, und Magaly Meynadier glich aus (60:60, 32‘). Beide Teams bereiteten sich nun auf eine hart umkämpfte Schlussphase vor.

Hart umkämpft

Dionne Madjo schnappte sich folglich wieder häufiger die offensiven Rebounds. Eine solche zweite Chance nutzte Anne Simon, um ihr Team mit einem Dreier wieder in Front zu bringen (60:63). Als Magaly Meynadier kurz darauf ebenfalls aus der Distanz traf, lag Luxemburg erstmals seit der Aufholjagd ihrer Gegnerinnen wieder mit sechs Zählern in Führung (60:66, 34‘). Der Gegner steckte jedoch noch längst nicht auf, und durch einen weiteren Drei-Punkte-Korb von Domuzin kamen sie wieder heran (65:66, 35‘). Bei Luxemburg häuften sich derweil die Fehler.

Als Magaly Meynadier 2:30 Minuten vor Schluss einen weiteren Distanzwurf erzielte, ging ein Aufschrei durch die Luxemburger Reihen (65:69). Doch erneut fand der Gegner die passende Antwort von außen (68:69, 38‘). Smalls, die zuvor humpelnd das Parkett verlassen hatte, versuchte es noch einmal und bekam zwei wichtige Freiwürfe, von denen sie einen verwandelte (69:69). Die FLBB-Damen bekamen einen letzten Angriffsversuch bei 16 Sekunden. Doch Magaly Meynadier verlor den Ball, und somit ging es in die Verlängerung.

Viele Fehler

Es war einfach nicht der Abend der Luxemburgerinnen, die ihre Gegnerinnen weiterhin oft an die Freiwurflinie schickten. Mit einem Dreier brachte schließlich Domuzin die Bosnierinnen endgültig auf die Siegerstraße. Bei Luxemburg fehlten in der Offensive einfach die nötigen Lösungen. Den krönenden Abschluss besorgte schließlich Sipka, die den ersten Sieg ihres Teams in dieser Qualifikation perfekt machte.

Trotz der Niederlage sind die FLBB-Damen – bei denen am Ende Magaly Meynadier, Esmeralda Skrijelj, Isi Etute und Dionne Madjo zweistellig trafen – für die zweite Runde qualifiziert.

Statistik

Viertel: 16:24, 21:12, 20:19, 12:14,

Bosnien-Herzegowina: Smalls 26, Domuzin 13, Guska 13, Sipka 10, Sehovic 7, Herceg 5, Selimovic 4, Hidic 3, Ahmic 0

Luxemburg: Meynadier 16, Etute 14, Skrijelj 13, Simon 12, Fuglsang 9, Madjo 6, Nürenberg 3, Irthum 0

Schiedsrichter: Baloun (CZE)/Györfy (HUN)/Demierre (CH)

Im Überblick

Das Programm:

EM-Qualifikation, erste Runde:

Gruppe A, am Dienstag:

Irland - Israel 54:90

Bosnien-Herzegowina - Luxemburg 81:73 n.V.

Bereits gespielt:

Irland - Luxemburg 53:69

Bosnien-Herzegowina - Israel 91:98

Israel - Luxemburg 77:65

Irland - Bosnien-Herzegowina 94:67

Luxemburg - Bosnien-Herzegowina 75:39

Israel - Irland 93:86 n.V.

Israel - Bosnien-Herzegowina 94:71

Luxemburg - Irland 85:73

Luxemburg - Israel 52:76

Bosnien-Herzegowina - Irland 78:81

Tabelle: 1. Israel 6 Spiele/12 Punkte, 2. Luxemburg 6/9, 3. Irland 6/8, 4. Bosnien-Herzegowina 6/7

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