Neuer D03-Trainer Yannick Kakoko

„Meister werden zu wollen, gehört zu meiner DNA“

Yannick Kakoko ist seit Donnerstag neuer Trainer von BGL-Ligue-Tabellenführer FC Déifferdeng 03. Der 36-Jährige soll dem amtierenden Meister eine klare Spielphilosophie einflößen und den Fusionsverein noch dominanter erscheinen lassen.

Yannick Kakoko in Racing-Jacke gibt Differdingen neue Impulse als Fußballtrainer und Teamspieler

Yannick Kakoko (hier noch in der Racing-Jacke) soll Differdingen neue Impulse geben Foto: Editpress/Gerry Schmit

Tageblatt: Können Sie sich an Ihren letzten Auftritt im Differdinger Stadion erinnern?

Yannick Kakoko: Ja, der hat sehr wehgetan. An diesem Tag habe ich erfahren, wie gut diese Mannschaft sein kann. Ich habe diese 1:5-Niederlage jedoch gut verdaut und hatte lange genug Zeit, über mein Aus beim Racing nachzudenken.

Wie haben Sie Ihre fußballfreie Zeit verbracht?

Ich bin vor sieben Wochen zum zweiten Mal Vater geworden. Die fußballfreie Zeit habe ich genossen, konnte abschalten und neue Energie tanken. Ich habe mir viele Spiele aus den unterschiedlichsten Ligen angesehen und sehr interessante Gespräche mit anderen Trainerkollegen geführt. Insgesamt habe ich über die vergangenen Jahre nachgedacht und mir die Frage gestellt, wie ich besser agieren, besser verstehen und generell einfach besser sein kann.

Am Donnerstag haben Sie Ihre erste Trainingseinheit geleitet. Wie war der erste Eindruck?

Präsident Fabrizio Bei hat mich sehr gut empfangen und ich hatte die Gelegenheit, einige Einzelgespräche zu führen. Der erste Eindruck war ausgezeichnet.

Für mich ging es immer darum, der beste Yannick für mich selber und den Verein zu sein

Yannick Kakoko

Trainer FC Déifferdeng 03

In der Vergangenheit in Petingen und beim Racing haben Sie immer wieder beteuert, dass Sie von Spiel zu Spiel schauen. Das ist in Differdingen wohl kaum möglich.

Es geht ganz klar darum, Titel zu gewinnen. Trotzdem wäre es ein fataler Fehler, nicht von Spiel zu Spiel zu schauen. Am Sonntag geht es beispielsweise gegen Hostert, eine Mannschaft, die in den vergangenen Wochen sehr erfolgreich war und mit breiter Brust auftreten wird. Auf diesen Gegner müssen wir uns jetzt konzentrieren. Ich wurde mit der Mentalität ausgebildet, immer gewinnen und immer Meister werden zu wollen. Das gehört zu meiner DNA. Deswegen gehe ich mit sehr viel Leidenschaft an diese Aufgabe heran.

Sie übernehmen eine Mannschaft, die nur ein Spiel in dieser Saison verloren hat. Was kann man besser machen?

Es ist eine spezielle Situation, das muss ich zugeben. Ich sehe es als Herausforderung und fühle mich geehrt, dass mir diese Aufgabe anvertraut wurde. In den vergangenen Jahrzehnten wurde in Differdingen eine Mannschaft und ein Verein mit einer klaren Struktur aufgebaut. Hinzu kommt, dass sich eine Gewinnermentalität entwickelt hat. Die bisherigen Resultate waren hervorragend. Für mich geht es jetzt darum, Titel zu holen und eine klare Spielphilosophie zu etablieren, damit wir auch im Europapokal schlagkräftig sein können. Die Mannschaft soll in verschiedenen Phasen dominanter auftreten.

Sportdirektor Rémy Manso forderte im Gespräch mit dem Tageblatt mehr Spektakel. Ist das einfach umzusetzen, wenn gleichzeitig auch das Double das Ziel ist?

Das ist möglich, aber es erfordert Zeit. In dieser Woche werde ich noch nicht viel ändern. Man hat ja beim 4:3-Sieg im Pokal gegen Strassen gesehen, dass die Mannschaft in der Lage ist, eine Show abzuliefern.

Kann man sagen, dass Differdingen die Chance ist, auf die Sie in den vergangenen Jahren hingearbeitet haben?

Ich hatte noch nie einen Karriereplan. Für mich ging es immer darum, der beste Yannick für mich selber und den Verein zu sein. Ich bin der Meinung, dass harte Arbeit eines Tages belohnt wird. Differdingen ist der zurzeit beste Verein Luxemburgs und deshalb freue ich mich darauf, diesem Klub alles geben zu können.

Steckbrief

Vollständiger Name: Yannick Sambea Kakoko
Geboren am 26.1.1990 in Saarbrücken (D)
Vereine als Aktiver: 1. FC Saarbrücken (F), FC Metz (F), Bayern München, Greuther Fürth, VfR Aalen, SV Wehen, Waldhof Mannheim, FC Homburg (alle D), FC Wohlen (CH), Miedz Legnica, Arka Gdynia (beide POL), F91 Düdelingen, UT Petingen, Halberg Brebach (D)
Vereine als Trainer: UT Petingen, RFCUL, FC Déifferdeng 03 (seit 5.3.2026)
Sonstiges: Als Spieler einmal Meister und Pokalsieger in Luxemburg, einmal Pokalsieger und Superpokalsieger in Polen, Vater Etepe Kakoko war 1974 mit Zaire bei der WM in Deutschland dabei

0 Kommentare
Das könnte Sie auch interessieren

WM-Qualifikation

Noch einmal schonungslos: Schottland besiegt Luxemburg 7:0 in Glasgow

WM-Qualifikation

Noch einmal schonungslos: Schottland besiegt Luxemburg 7:0 in Glasgow