Wechsel in die 2. Bundesliga

Loïc Kaysen: „Ein kleiner Traum, der in Erfüllung geht“

Loïc Kaysen wird in der kommenden Saison in der zweiten deutschen Handball-Bundesliga auflaufen. Für den 24-jährigen Nationalspieler erfüllt sich damit ein Traum. Im Gespräch mit dem Tageblatt spricht er über seinen Wechsel zum TV Großwallstadt und die Erwartungen an den nächsten Schritt in seiner Karriere.

Loïc Kaysen unterschreibt Vertrag bis 2027 beim Handballverein TV Großwallstadt

Loïc Kaysen hat einen Vertrag bis 2027 beim TV Großwallstadt unterschrieben Foto: privat

Tageblatt: Loïc Kaysen, geht mit dem Wechsel in die 2. Bundesliga ein Traum in Erfüllung?

Loïc Kaysen: Ja, ganz klar. Wenn man 20 Jahre lang Handball spielt und dann mit 24 Jahren dafür belohnt wird, indem man 2. Bundesliga spielen darf, ist das natürlich ein kleiner Traum, der in Erfüllung geht. Darauf habe ich lange hingearbeitet.

Sie haben in den vergangenen Jahren erst in der zweiten Mannschaft von Gummersbach, dann bei Krefeld Niederrhein und mittlerweile beim Longericher SC eine Etage tiefer in der dritten Liga gespielt. Wie sehen Sie Ihre Entwicklung in der Zeit?

Man kommt über die Jahre in einen Flow, weil man immer besser weiß, was man machen muss, wie man den Gegner bearbeiten kann. Ich glaube, dass ich mich über die Zeit kontinuierlich verbessert habe. Dass jetzt Mannschaften aus der zweiten Bundesliga Interesse haben, zeigt das auch.

Warum ist jetzt der perfekte Zeitpunkt für den nächsten Schritt gekommen?

Das hat ehrlicherweise auch mit meinem Studium in Köln zu tun. Ich werde im nächsten Semester meinen Bachelor (Lehramt, Sport und Französisch) beenden. Das heißt, ich bin danach nicht mehr standortgebunden und kann überall in Deutschland spielen. Ich werde noch einen Master per Fernstudium machen, muss dafür aber nicht in der Umgegend von Köln bleiben und bin flexibler.

Das Ziel ist es, sich konstant im oberen Mittelfeld zu etablieren und einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen

Loïc Kaysen

Handball-Nationalspieler

Wäre der Schritt, unabhängig des Studiums, schon früher möglich gewesen?

Ja, ich hatte im vergangenen Winter, gleich nachdem ich die Ausbildung bei der Armee abschloss, ein Angebot von einem Zweitligisten. Ich habe damals aber abgesagt. Ich hatte erst kurz davor beim Longericher SC unterschrieben. Und ich wollte den Verein, der es mir auch ermöglichte, die Ausbildung zum Sportsoldaten zu machen, nicht gleich wieder im Stich lassen. Zudem wollte ich mein Studium nicht pausieren.

Wie kam jetzt der Kontakt zum TV Großwallstadt zu Stande?

Ich hatte Angebote von zwei, drei Klubs aus der zweiten Bundesliga. Ich habe dann tatsächlich mein erstes Probetraining bei Großwallstadt gemacht. Meine Berater Maik Thiele und Maik Handschke hatten auch Kontakte in dem Verein (Luxemburgs Nationaltrainer Maik Handschke war von 2013 bis 2015 und kurzzeitig 2022 Trainer bei Großwallstadt; Anm d. Red.). Es hat mir dort auf Anhieb gefallen. Der Verein war nach dem Probetraining auch überzeugt. Sie haben sich dann noch ein Spiel von mir angeschaut. Der Wechsel war danach schnell in trockenen Tüchern.

Der Verein steht derzeit auf dem zwölften Platz der Tabelle und liegt damit im Mittelfeld der 2. Bundesliga. Was sind die sportlichen Erwartungen für nächste Saison, wenn Sie zum Team stoßen?

Das Ziel ist es, sich konstant im oberen Mittelfeld zu etablieren und einen einstelligen Tabellenplatz zu belegen. Es geht darum, sich über die nächsten Jahre zu verbessern und dann vielleicht irgendwann in ferner Zukunft auch wieder in die erste Bundesliga aufzusteigen. Aber das ist Zukunftsmusik. Im Moment geht es darum, sich so aufzustellen, um konstant im oberen Mittelfeld mitzumischen.

Was sind Ihre persönlichen Erwartungen von Ihrer ersten Saison in der 2. Bundesliga, Ihrer ersten Saison als Vollprofi?

Ich habe ehrlicherweise noch nicht so genau darüber nachgedacht. Persönlich will ich mich natürlich bestmöglich präsentieren und mich weiterentwickeln. Das ist aber wohl das Ziel von jedem Spieler, der in eine neue Saison geht und ehrgeizig ist. Derzeit liegt mein Fokus noch auf der aktuellen Saison mit dem Longericher SC. Bis ich tatsächlich in der zweiten Bundesliga spiele, dauert es ja auch noch ein paar Monate.

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