Radsport
Jempy Drucker: „Wir sind in Luxemburg zu schnell erfolgsverwöhnt“
Die Straßenrennen der Europameisterschaft sind beendet: Insgesamt stehen drei Top-20-Resultate zu Buche (Elena Lopes bei den Juniorinnen 12., Liv Wenzel bei den Espoirs 19. und Mil Morang bei den Espoirs 20.). Das große Ergebnis ist ausgeblieben, doch das beunruhigt Nationaltrainer Jempy Drucker keineswegs. Im Interview mit dem Tageblatt blickt er nicht nur auf die Rennen zurück, sondern redet auch über die luxemburgische Mentalität.
Radsport-Nationaltrainer Jempy Drucker hat nach der Tour de Luxembourg, der WM in Kanada und nun der EM in Slowenien harte Wochen hinter sich Foto: FSLC/Hugo Barthélemy
Tageblatt: Jempy Drucker, die Straßenrennen bei der Europameisterschaft sind vorbei. Wie lautet Ihr Fazit?
Jempy Drucker: Es war besser als bei der WM – vor allem in den Kategorien der Damen. Liv (Wenzel) wurde 19., Elena (Lopes) ist stark gefahren und Zwölfte geworden. Bei Nina (Berton, 26. Platz) ist die Batterie nach einer langen Saison ein wenig leer. Sie hat die Tour de France in den Beinen, dann hatte sie noch das Rennen in Frankreich gewonnen (Pointe du Raz Ladies Classic) und mit der Reise zur WM nach Kanada (36. im Straßenrennen) ist sie müde. Mil (Morang) wurde bei den Espoirs 20. und ist auch gut gefahren. Bei den Junioren war es okay. Sie hatten zwar Sturzpech, aber das gehört im Radsport dazu. Wir müssen daran arbeiten, dass wir uns besser positionieren. Je weniger Fahrer man vor sich hat, desto höher ist die Chance, nicht zu stürzen.